{"id":1145,"date":"2013-06-22T12:42:48","date_gmt":"2013-06-22T10:42:48","guid":{"rendered":"http:\/\/geschichtsforumschleiden.de\/?p=1145"},"modified":"2018-02-03T11:03:13","modified_gmt":"2018-02-03T11:03:13","slug":"die-sleidanus-apotheke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=1145","title":{"rendered":"&#8230; die Sleidanus Apotheke in Schleiden?"},"content":{"rendered":"<p>Woher kommt der Name? Josef Herr hat f\u00fcr uns recherchiert:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Sleidanus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1278\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Sleidanus-206x300.jpg\" alt=\"Sleidanus\" width=\"206\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Sleidanus-206x300.jpg 206w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Sleidanus.jpg 537w\" sizes=\"auto, (max-width: 206px) 100vw, 206px\" \/><\/a>Ein kleines Heft von Josef Herr soll denen helfen, die mit dem Namen Sleidanus nicht viel anfangen k\u00f6nnen. Er erinnert an einen gro\u00dfen Humanisten, der In Schleiden geboren wurde. Zwei gro\u00dfe M\u00e4nner Schleidens lebten zur gleichen Zeit und waren miteinander eng befreundet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes Philippi, genannt Sleidanus, geboren 1506, und Johannes Sturmius, geboren 1507. Beide waren Humanisten, bekannten sich zur Reformation und stammten aus wohlhabenden B\u00fcrgerfamilien. Sie besuchten zusammen in Schleiden eine Schule. SIeidanus studierte sp\u00e4ter in K\u00f6ln und L\u00f6wen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst sei etwas der historische Hintergrund erkl\u00e4rt, in dem die beiden Humanisten lebten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war zu der Zeit, als die Habsburger die Deutsche Kaiserkrone und den K\u00f6nigsthron von Spanien besa\u00dfen. K\u00f6nig Franz l. von Frankreich versuchte sich aus dieser Habsburgerklammer zu befreien. Gleichzeitig steckte Europa in der Reformation mit ihren Folgen. Wien musste der ersten Belagerung durch die T\u00fcrken standhalten. Sturmius\u2018 Weg f\u00fchrte nach Paris, nachdem er in L\u00f6wen durch seine Vorlesungen bekannt geworden war. In Paris bekam er eine Stelle in der Kanzlei des Humanisten Guillaume Du Bellay, des Geschichtsschreibers und Diplomaten des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs. Sp\u00e4ter \u00fcbernahm er in Stra\u00dfburg die Aufgabe, das h\u00f6here Schulwesen zu leiten und neu zu organisieren. Aus dieser Schule ging die Universit\u00e4t Stra\u00dfburg hervor. Als seinen Nachfolger in der Kanzlei empfahl er seinen alten Schulfreund SIeidanus. Hier bekam SIeidanus Einblick und Zugang in die hohe Politik, traf mit wichtigen und f\u00fchrenden Politikern zusammen und lernte \u201esozusagen in der Werkstatt, in der Politik gemacht wird.\u201c Franz l. nahm Kontakt zu den protestantischen F\u00fcrsten Deutschlands auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie hatten sich zum Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossen. Franz l. wollte sie zum Widerstand gegen den Kaiser bewegen. Der gesamte Schriftverkehr lief \u00fcber Sleidanus. Er war ein Referent f\u00fcr franz\u00f6sische Deutschlandpolitik. Die Versuche des K\u00f6nigs scheiterten. Sleidanus wurden vom Hof Vorw\u00fcrfe wegen \u00fcbertriebener Berichterstattung gemacht. Er ging nach Stra\u00dfburg, wo er zun\u00e4chst mittellos lebte, weil die Zahlungen, die ihm vom Hof her zustanden, aus Paris ausblieben. Unerwartet trat der Stra\u00dfburger Reformator Bucer an ihn heran und bat Ihn, eine Darstellung \u00fcber die Reformationsgeschichte abzufassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sleidanus arbeitete schon w\u00e4hrend seiner Zeit in Paris wissenschaftlich (1537 erschien eine lateinische Bearbeitung des franz\u00f6sischen Chronisten des 14. Jahrhunderts von Jean Froissart; 1547 folgte die der Geschichte von Philippe de Commines). F\u00fcr ein Jahresgehalt von 250 Gulden nahm Sleidanus die Arbeit an. Damit verbunden waren T\u00e4tigkeiten als \u00dcbersetzer, Dolmetscher und Diplomat des Schmalkaldischen Bundes. Nachdem 1546 der Krieg des Schmalkaldischen Bundes zu Gunsten des Kaisers ausgegangen war, musste Sleidanus eine Bittschrift an den Kanzler des Kaisers stellen, um in Stra\u00dfburg bleiben zu k\u00f6nnen. Die ersten vier B\u00fccher seines Werkes konnte er zun\u00e4chst nicht drucken lassen, bis er, von G\u00f6nnern und Wohlt\u00e4tern unterst\u00fctzt, Arbeit fand f\u00fcr ein bescheidenes Jahresgehalt von 150 Gulden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine G\u00f6nner setzten sich daf\u00fcr ein, dass er seine Werke drucken konnte. 1552 traf ihn ein harter Schlag. Seine Frau, die er 1546 geheiratet hatte, starb. Sie hinterlie\u00df ihm drei kleine M\u00e4dchen. Erst 1555 wurde sein Werk gedruckt. Es umfasst die Geschichte Kaiser Karls V. von 1517 bis 1555. Es erschien in lateinischer Sprache. Von den eintausend gedruckten Exemplaren warenbereits im Juli 984 verkauft. Weitere Auflagen wurden herausgegeben. In Antwerpen und K\u00f6ln erschienen Gegendarstellungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWeitere Ausgaben der Kommentare (Geschichtswerke) folgten; bis zum Ende des 18. Jahrhunderts erreichten sie 80 Auflagen, darunter \u00dcbersetzungen in mehrere europ\u00e4ische Sprachen.\u201c Sleidanus ordnete die Dokumente, stellte sie zusammen und verkn\u00fcpfte sie. Dabei war er stets bestrebt, die Objektivit\u00e4t zu wahren. Seine Werke waren etwas Neues. \u201eSie sind nicht, wie die Chroniken Beispielsammlungen zu ethischer Belehrung oder religi\u00f6ser Erbauung. Sie sind Darstellung einer gro\u00dfen geistigen Bewegung in ihrer Entstehung und Entwicklung in Verflechtung mit den politischen M\u00e4chten der Zeit auf Grund authentischen Quellenmaterials.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Werke stie\u00dfen auf gro\u00dfe Anerkennung und heftigste Kritik. Sleidanus litt unter den Kritikern, sah aber von einer Verteidigung ab. Wegen seiner Objektivit\u00e4t und seinem Bekenntnis zur Reformation konnte er beim Kaiser in Ungnade fallen. Neben diesem Druck litt er auch unter famili\u00e4rer Not. Niemand nahm sich auch nur zeitweise seiner Kinder an. Trotzdem stellte er zwei weitere B\u00fccher fertig, unter anderem eine Weltchronik, die bis zum 19. Jahrhundert an vielen Universit\u00e4ten als Leitfaden zum Geschichtsstudium verwendet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1555 schien sich seine Lage zu bessern. Er sollte einen Lehrstuhl als Professor f\u00fcr Geschichte an der Universit\u00e4t Duisburg erhalten, die 1561 er\u00f6ffnet werden sollte. Doch nach l\u00e4ngerer Krankheit starb Sleidanus am 31.10.1556. Er wurde auf dem Friedhof St. Gallus beigesetzt, auf dem Stra\u00dfburgs bedeutendste M\u00e4nner ihre letzte Ruhest\u00e4tte finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verfasser ist sich bewusst, dass diese Zeilen keine Biographie sind und das Leben und Werk des SIeidanus nur l\u00fcckenhaft umrei\u00dfen.<\/p>\n<address>Es wurden folgende Quellen verwendet:<\/address>\n<address>a) Zeiten und Menschen Robert-Hermann Tenbrock, Kurt Kluxen und Erich Goerlitz Paderborn 1979 Verlag Sch\u00f6ningh<\/address>\n<address>b) Kreis Schleiden Heimatkalender 1968, 1968 Bonn<\/address>\n<address>c) Vergangenheit und Gegenwart, Herausgeber: Stadt Schieiden, Erscheinungsjahr: 1975<\/address>\n<address>d) Heimatchronik des Kreises Schleiden, herausgegeben i.A. des Kuratoriums f\u00fcr deutsche Heimatpflege e.V. Bonn, Erscheinungsjahr: 1954 K\u00f6ln<\/address>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<address style=\"text-align: right;\">&nbsp;<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Woher kommt der Name? Josef Herr hat f\u00fcr uns recherchiert:<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[56,55,57,43],"class_list":["post-1145","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-beruhmte-personen","tag-eifel","tag-geschichtsforum","tag-geschichtsverein","tag-schleiden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1145"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3708,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1145\/revisions\/3708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}