{"id":4014,"date":"2018-04-25T17:50:20","date_gmt":"2018-04-25T17:50:20","guid":{"rendered":"http:\/\/gf-sle.de\/?p=4014"},"modified":"2018-07-16T14:19:01","modified_gmt":"2018-07-16T14:19:01","slug":"aus-der-bilderkiste-eine-neue-kirche-im-dorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=4014","title":{"rendered":"Aus der Bilderkiste: Eine neue Kirche im Dorf!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der 1. Mai 1968 war wohl einer der bedeutsamsten Tage in der Geschichte Scheurens.&nbsp; <!--more-->An diesem Tag wurde die neue Kirche eingeweiht, die vorwiegend von den Dorfbewohnern in Eigenleistung erbaut und zum gr\u00f6\u00dften Teil auch finanziert wurde. Was der 250 Einwohner z\u00e4hlende Ort in den Jahren von 1961 &#8211; 1968 daf\u00fcr an Opfern geleistet hat, ist beispielhaft. Wie kam es dazu?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 6. Februar 1945 wurde Scheuren nach heftigen K\u00e4mpfen endg\u00fcltig von den amerikanischen Truppen besetzt. Die noch verbliebene Bev\u00f6lkerung wurde von der US-Armee aus der Gefahrenzone nach Monschau, M\u00fctzenich und nach Gut Reichenstein evakuiert. Es waren vorwiegend \u00e4ltere M\u00e4nner, Frauen und Kinder, etwa 120 an der Zahl. Nach f\u00fcnfw\u00f6chiger Evakuierung durften die Scheurener dann den Heimweg antreten. Dankbar daf\u00fcr, dass sie alle Kriegsgefahren \u00fcberstanden hatten, machten die Dorf\u00e4ltesten das Gel\u00f6bnis, in ihrer Dorfmitte der Gottesmutter eine Kapelle zu bauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der R\u00fcckkehr hatte man jedoch zun\u00e4chst andere Sorgen, als eine Kapelle zu bauen. Aber das Gel\u00f6bnis verga\u00dfen die Scheurener nicht. Am 19. M\u00e4rz 1951, in der Zeit des \u201eWirtschaftswunders\u201c, beschlossen sie in der Gastst\u00e4tte Gro\u00df, eine Kapelle zu bauen und das Gel\u00f6bnis einzul\u00f6sen. Sie gr\u00fcndeten einen Kapellenverein und beauftragten den Vorstand mit Planung und Bau eines kleinen Gotteshauses. Au\u00dferdem f\u00fchrte der Verein monatliche Sammlungen durch, um die Finanzierung sicherzustellen. Da ein urspr\u00fcnglich vorgesehenes Grundst\u00fcck nicht mehr zur Verf\u00fcgung stand, war auch ein neuer Standort erforderlich. Die Stadt Schleiden stellte das in der Dorfmitte gegen\u00fcber der damaligen Volksschule gelegene und f\u00fcr den Zweck bestens geeignete Grundst\u00fcck kostenlos zur Verf\u00fcgung. Die Einnahmen blieben jedoch bescheiden, der Kassenstand anno 1960 mit 7.700 DM h\u00e4tte allenfalls den Bau eines Heiligenh\u00e4uschens in Eigenleistung zugelassen. Am 1. Mai trat der Gr\u00fcndungsvorstand zur\u00fcck. Der neue und verj\u00fcngte Vorstand mit Heinrich Sauer, Johann Hack, Eduard Gro\u00df, Wilhelm Logen, Josef Scholzen und Bernhard Esch nahm die Wahl unter der Bedingung an, \u201edass sp\u00e4testens in zwei Jahren mit dem Bau der Kapelle begonnen werden m\u00fcsse\u201c: Ein sehr hochgestecktes Ziel.<\/p>\n<div id=\"attachment_4015\" style=\"width: 340px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4015\" class=\"wp-image-4015\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/53-Scheuren-Kapelle-im-Fr\u00fchling-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/53-Scheuren-Kapelle-im-Fr\u00fchling-300x225.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/53-Scheuren-Kapelle-im-Fr\u00fchling-768x576.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/53-Scheuren-Kapelle-im-Fr\u00fchling-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><p id=\"caption-attachment-4015\" class=\"wp-caption-text\">Die Scheurener Kapelle im Fr\u00fchling.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der neue Vorstand konnte schon bald den Kirchenarchitekt Norbert Hieronymi aus Bonn, der schon die Kirche in Oberhausen und die Kapelle in Ettelscheid geplant hatte, f\u00fcr das Projekt gewinnen und ihn mit der Planung beauftragen. Schon im Juli 1961 wurde mit den Erd- und Betonarbeiten begonnen. Die Arbeiten wurden \u2013 wie auch die meisten folgenden \u2013 im Hand und Spanndienst durchgef\u00fchrt. Die \u00f6rtlichen Unternehmer erbrachten ihre Leistungen zu \u201eSelbstkostenpreisen\u201c, und auch die \u00fcbrigen Gewerke konnten in der Hoffnung auf einen k\u00fcnftigen Platz im Himmel zu g\u00fcnstigen Bedingungen beauftragt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die monatlichen Sammlungen wurden intensiviert. In zwei Briefaktionen wurden auch Freunde und Bekannte um Spenden gebeten, in den Pfarrgemeinden Schleiden, Olef und Oberhausen erfolgten Haussammlungen. Aus dem Erbe von Josefine Heuer erhielt der Verein 10.000 DM, es flossen auch Zusch\u00fcsse von Stadt und Kreis Schleiden. In acht Jahren wuchs die Baukasse von 7.700 DM auf dann 130.300 DM an. Davon kamen 88.500 DM aus dem Ort und 41.800 DM von au\u00dferhalb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 1. Mai 1968 war es dann soweit, die Kapelle wurde feierlich eingeweiht. \u201eScheuren begeht den sch\u00f6nsten Tag in seiner langen Geschichte\u201c, so die \u00dcberschrift in der K\u00f6lnischen Rundschau. Die kleine Kirche ist bis heute ein Schmuckst\u00fcck in der Dorfmitte. Die gro\u00dfz\u00fcgige, schlichte Raumgestaltung vermittelt dem Raum eine besinnliche Atmosph\u00e4re, und die wertvollen Buntglasfenster von Ernst Jansen-Winkeln lassen den Raum an hellen Sonnentagen in mystischem Licht erstrahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Scheurener feiern das 50j\u00e4hrige Einweihungsfest mit einem Gottesdienst und buntem Kirmestreiben am 5. und 6. Mai 2018.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><em>Ein Beitrag von Siegfried Scholzen, Fotos: Archiv der Kapellengemeinde Scheuren.<\/em><\/h5>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1. 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