{"id":4093,"date":"2018-05-01T15:01:57","date_gmt":"2018-05-01T15:01:57","guid":{"rendered":"http:\/\/gf-sle.de\/?p=4093"},"modified":"2018-06-16T08:10:32","modified_gmt":"2018-06-16T08:10:32","slug":"12-06-2018-zwangsarbeit-im-kreis-schleiden-1939-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=4093","title":{"rendered":"12.06.2018: Vortrag: \u201eZwangsarbeit im Kreis Schleiden 1939-1945&#8243;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Franz Albert Heinen, erfolgreicher Fachbuchautor und Experte referierte zu dem Thema. <!--more--><br \/>\nEr verstand es hervorragend, das Thema den Zuh\u00f6rern zu vermitteln. Beginnend mit der Beschreibung der damaligen Ausgangssituation in den Jahren 1939 bis 1942, dem unmenschlichen Transport der Gefangenen in die Sammelstelle der Kriegsgefangenen im Sammellager Stalag 326 (VI K) Senne spannte er den Bogen zur Zwangsarbeit in unserer Heimat. An konkreten Beispielen, dokumentiert mit Fotos, berichtete er \u00fcber das Leben und die Arbeit der in den vielen hiesigen Lagern untergebrachten Menschen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4245 alignright\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180612_185610-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180612_185610-300x225.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180612_185610-768x576.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180612_185610-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Die unterschiedliche Behandlung von Polen, Russen und Westeurop\u00e4ern in Verbindung mit der der Nazi-Ideologie wurde ebenso angesprochen, wie die beispielhaft mit Dokumenten unterlegten Regelungen und Vorschriften zum Umgang mit Gefangenen und Zwangsarbeitern sowie die Strafen, die bei Zuwiderhandlung angedroht und verh\u00e4ngt wurden. Untermauert von Einzelschicksalen waren die Zuh\u00f6rer am Ende des Vortrags sichtlich bewegt. Ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen und zur St\u00e4rkung der moralischen Erinnerungskultur.<\/p>\n<div id=\"attachment_4094\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Eine-Gruppe-polnischer-Zwangsarbeiter-am-Marienplatz-in-Gem\u00fcnd-Bild-Fotostudio-Mertens.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4094\" class=\"wp-image-4094 size-medium\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Eine-Gruppe-polnischer-Zwangsarbeiter-am-Marienplatz-in-Gem\u00fcnd-Bild-Fotostudio-Mertens-300x208.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Eine-Gruppe-polnischer-Zwangsarbeiter-am-Marienplatz-in-Gem\u00fcnd-Bild-Fotostudio-Mertens-300x208.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Eine-Gruppe-polnischer-Zwangsarbeiter-am-Marienplatz-in-Gem\u00fcnd-Bild-Fotostudio-Mertens-768x531.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Eine-Gruppe-polnischer-Zwangsarbeiter-am-Marienplatz-in-Gem\u00fcnd-Bild-Fotostudio-Mertens-1024x708.jpg 1024w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Eine-Gruppe-polnischer-Zwangsarbeiter-am-Marienplatz-in-Gem\u00fcnd-Bild-Fotostudio-Mertens.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4094\" class=\"wp-caption-text\">Eine Gruppe polnischer Zwangsarbeiter am Marienplatz<br \/> in Gem\u00fcnd. Bild: Fotostudio Mertens, Gem\u00fcnd<\/p><\/div>\n<p>Tausende von zivilen und kriegsgefangenen Zwangsarbeitern wurden in den Jahren des Zweiten Weltkriegs in das Schleidener Kreisgebiet gebracht, wo sie in nahezu allen Branchen besch\u00e4ftigt wurden: Von der Land- und Forstwirtschaft \u00fcber die Handwerksbetriebe bis hin zur Industrie und dem Bergbau. W\u00e4hrend Franzosen und meist auch Polen in der Regel halbwegs menschlich behandelt wurden, kamen insbesondere die B\u00fcrger der Sowjetunion nicht selten bei den gro\u00dfen Betrieben in Lager mit extrem schwierigen Lebensbedingungen. Schwerster k\u00f6rperlicher Arbeit stand nicht selten Hungerkost und erb\u00e4rmliche Lagerunterbringung gegen\u00fcber. Misshandlungen und Erschie\u00dfungen, bei Zivilarbeitern auch die Einweisung in Konzentrationslager zur sogenannten \u201eSonderbehandlung\u201c mit oft t\u00f6dlichen Konsequenzen, kamen in erschreckendem Ausma\u00df vor. Von den im Herbst 1941 in das Kreisgebiet gebrachten sowjetischen Kriegsgefangenen kamen in den Arbeitskommandos des Schleidener Landes mehr als 130 Gefangene um. Insgesamt starben bis 1945 in der Region weit \u00fcber 330 ZwangsarbeiterInnen.<\/p>\n<p>Die \u00dcberlebenden wurden bald nach Kriegsende umgehend und teilweise gegen ihren Willen zur\u00fcck in ihre Heimatl\u00e4nder abgeschoben. Zur\u00fcck blieben die h\u00e4ufig in Massengr\u00e4bern verscharrten Opfer, bei denen es sich weit mehrheitlich um verstorbene Polen und Sowjetb\u00fcrger handelte. Nach jahrelanger liebloser Grabpflege wurden die toten Osteurop\u00e4er 1950 aus dem gesamten Kreisgebiet zu einem neuen zentralen Gr\u00e4berfeld nach Hollerath umgebettet, und zehn Jahre sp\u00e4ter nochmals nach Rurberg. Damit verschwanden aus dem Kreisgebiet Schleiden die letzten sichtbaren Zeugnisse der Zwangsarbeit.&nbsp; Das Fehlen eines Ortes, an dem man dieser Opfergruppe nationalsozialistischer Gewaltherrschaft gedenken konnte, trug wom\u00f6glich dazu bei, dass 73 Jahre nach dem Kriegsende die regionale Zwangsarbeit aus der kollektiven Erinnerung getilgt ist.&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\">Eine Veranstaltung des Geschichtsforums Schleiden e.V. in Zusammenarbeit<br \/>\nmit der Ev. Trinitatis Kirchengemeinde Schleidener Tal und dem Netzwerk an Urft und Olef<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franz Albert Heinen, erfolgreicher Fachbuchautor und Experte referierte zu dem Thema.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[87],"tags":[],"class_list":["post-4093","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-vortraege-und-veranstaltungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4093"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4093\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4250,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4093\/revisions\/4250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}