{"id":4457,"date":"2018-10-25T22:00:55","date_gmt":"2018-10-25T22:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/gf-sle.de\/?p=4457"},"modified":"2018-10-26T09:43:32","modified_gmt":"2018-10-26T09:43:32","slug":"aus-der-bilderkiste-stadt-im-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=4457","title":{"rendered":"Aus der Bilderkiste: Stadt im Wandel"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; zur Entwicklung der Schleidener Innenstadt.<!--more--><\/p>\n<p>\u00dcber Jahrhunderte ver\u00e4nderte sich das Bild der Stadt Schleiden nur dann gravierend, wenn es als Folge von Br\u00e4nden zu gro\u00dffl\u00e4chigen Geb\u00e4udezerst\u00f6rungen kam. So zuletzt am 10. Dezember 1897, als ein verheerender Brand die dicht an dicht stehenden H\u00e4user der s\u00fcdwestlichen Innenstadt restlos vernichtete. Die Grundstruktur der Stadt mit drei nahezu parallelen Stra\u00dfenz\u00fcgen blieb jedoch bis nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend unver\u00e4ndert: Sleidanusstra\u00dfe, Steinstra\u00dfe und Huppenstra\u00dfe bildeten die Erschlie\u00dfungsadern der Bebauung. Selbst die mit schweren Zerst\u00f6rungen einhergehenden letzten Kriegsmonate 1944\/45 hatten an diesem Muster wenig ge\u00e4ndert. Der Wiederaufbau der fr\u00fchen Nachkriegsjahre war die Rekonstruktion der vorherigen Struktur. In den 1960er Jahren gewann im St\u00e4dtebau ein Trend Konjunktur, der die Innenst\u00e4dte durch die Schaffung von Pl\u00e4tzen \u201eluftiger\u201c machen sollte. Zugleich erm\u00f6glichten gro\u00dfz\u00fcgige St\u00e4dtebau-F\u00f6rdermittel den Ersatz maroder Bausubstanz durch Neubauten. Diesem Trend folgte auch der Schleidener Stadtrat, als er sp\u00e4testens seit 1963 intensiv \u00fcber eine umfassende Innenstadt-Sanierung diskutierte.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Bereits ein Jahr sp\u00e4ter erfolgte die erste Zusage von F\u00f6rdermitteln. Die dabei entstandene inner\u00f6rtliche Struktur pr\u00e4gt bis heute das Stadtbild. Die Herstellung eines zentralen multifunktionalen offenen Marktbereichs ben\u00f6tigte aber Raum, der in der dicht bebauten engen Innenstadt erst gewonnen werden musste.<\/p>\n<p>So begleitete der Abrissbagger die Neugeburt der Innenstadt. Die Geb\u00e4ude an der Dieffenbach-Seite der Huppenstra\u00dfe, wo zuvor viele kleine Handwerksbetriebe ihren Sitz hatten, wurde im Winter 1967\/68 und im folgenden Jahr abger\u00e4umt. Auf dem danach freien, gro\u00dfen Grundst\u00fcck begann bereits im Oktober 1967 der Neubau des sogenannten \u201eScholzen-Hauses\u201c. Zun\u00e4chst unber\u00fchrt blieb die Mittel-Bebauung zwischen Huppen- und Steinstra\u00dfe. Erst als das Scholzen-Haus im Rohbau stand, erfolgte auch der Abriss der Mittelzeile zwischen dem ehemaligen AOK-Geb\u00e4ude und dem kleinen Platz vor dem Kriegerdenkmal. Dabei entstand zeitweilig das Kuriosum, dass ein letzter Altbau an der S\u00fcdwestspitze des neuen Platzes erhalten blieb, weil die Eigent\u00fcmer den Verkauf ablehnten; erst um Jahre verz\u00f6gert fiel auch dieses Haus der Abrissbirne zum Opfer. Unver\u00e4ndert blieb hingegen die s\u00fcd\u00f6stliche Bebauung mit u.a. zwei B\u00e4ckereien (Friedrichs und H\u00f6rnchen), Hotel B\u00fcsch und den Textilgesch\u00e4ften \u201eSchwalbe\u201c und Noster an den Au\u00dfenecken. 1975 galt die Sanierung als abgeschlossen.<\/p>\n<p>Zwischen den n\u00f6rdlichen Neubauten und den gegen\u00fcber liegenden Altbauten bildete der \u201eMarkt\u201c das neue Zentrum der Stadt. Eink\u00e4ufe wurden angesichts der rasant anwachsenden Motorisierung der Haushalte mit dem Auto erledigt. K\u00e4ufer und Gesch\u00e4ftsleute legten gleicherma\u00dfen Wert darauf, m\u00f6glichst direkt vor den Gesch\u00e4ften zu parken. Kein Wunder daher, dass der erhoffte \u201ePlatz\u201c eher den Charakter einer recht breiten Durchfahrtsstra\u00dfe mit beiderseits \u00fcppigem Parkplatzangebot erhielt. Eine teils aufw\u00e4ndige Begr\u00fcnung zwischen Parkplatz und Gesch\u00e4ften an der S\u00fcdostseite sollte den Eindruck einer blo\u00dfen Parkzone mildern.<\/p>\n<p>Der stete Strom der Blechkarawane durch die Stadt gefiel allerdings l\u00e4ngst nicht mehr jedem.&nbsp; Die Schar der Kritiker wuchs schnell an, so dass der Stadtrat in den 1990er Jahren erneut in qu\u00e4lend langen Rats- und Arbeitskreissitzungen eine Nachbesserung einleitete. Zentrale Forderung war nun die autofreie Zone am Markt. Teils hochemotional gef\u00fchrte Debatten im Rat m\u00fcndeten in den Beschluss zur nochmaligen Runderneuerung der City. Jahre nach der ersten gro\u00dfen Sanierung gab es nochmals eine grundlegende Umgestaltung, die jedoch ebenfalls auf Kritik stie\u00df. Die Kaufleute f\u00fcrchteten die Abwanderung der Kunden zu den Gesch\u00e4ften im Gewerbegebiet, nachdem die Parkm\u00f6glichkeiten stark eingegrenzt waren. Die winzige verkehrsfreie Zone als Querriegel im Zentrum der Innenstadt mit knapp 30 Metern L\u00e4nge wurde als \u201ekleinste Fu\u00dfg\u00e4ngerzone Deutschlands\u201c verspottet. Sonderlich einladend wirkte die schmucklose Betonfl\u00e4che auch nicht. Ein vom Rat beschlossenes Masterplan-Verfahren unter Beteiligung von B\u00fcrgern erbrachte vor einigen Jahren zahlreiche Vorschl\u00e4ge zur Attraktivierung und nochmaligen Umgestaltung, die nach entsprechendem Ratsbeschluss 2018 realisiert wurde. <em>Ein Beitrag von Franz Albert Heinen.<\/em><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <span style=\"font-size: 8pt;\">Vgl. die Dokumente im Stadtarchiv Schleiden, Schleiden bis 1972: 62-45 \u201eStadtsanierung Stadtmitte: Abbruch, B\u00fcrgersteige, Stra\u00dfenbau und Versorgung\u201c, in denen sich der Ablauf der Geschehnisse zwischen 1967-1975 spiegelt. F\u00fcr diesen und weitere Hinweise danke ich der Stadtarchivarin Nicole Gutmann.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; zur Entwicklung der Schleidener Innenstadt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[83],"tags":[],"class_list":["post-4457","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aus-der-bilderkiste"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4457","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4457"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4457\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4475,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4457\/revisions\/4475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}