{"id":4590,"date":"2018-11-17T12:08:42","date_gmt":"2018-11-17T12:08:42","guid":{"rendered":"http:\/\/gf-sle.de\/?p=4590"},"modified":"2018-12-04T17:20:31","modified_gmt":"2018-12-04T17:20:31","slug":"geschichtspreis-fuer-f-a-heinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=4590","title":{"rendered":"Geschichtspreis f\u00fcr F.A. Heinen"},"content":{"rendered":"<p>Das kam \u00fcberraschend f\u00fcr den Schleidener Buchautor Franz Albert Heinen: <!--more-->Bei der Bekanntgabe der diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger des Crous-Geschichtspreises wurde das Werk \u201eAbgang durch Tod\u201c zur Zwangsarbeit 1939 &#8211; 1945 mit dem Preis in der Kategorie \u201ePrivatforscher\u201c ausgezeichnet. Den Preis vergibt seit Jahren die \u201eSammlung Crous\u201c gemeinsam mit dem Zweckverband Region Aachen und dem historischen Institut der RWTH Aachen f\u00fcr die besten Arbeiten zur Geschichte der Region Aachen. Dazu wird auch der Kreis Euskirchen gerechnet.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Vorstellung der Preistr\u00e4ger hatten die Veranstalter das Mercure Hotel am Europaplatz ausgew\u00e4hlt. Die Regie bei der Veranstaltung f\u00fchrte der Pr\u00e4sident des Aachener Karnevalsvereins (AKV), nachdem die Sammlung historischer regionaler Literatur dem AKV zugefallen war. Vereinspr\u00e4sident Werner Pfeil pr\u00e4sentierte am Donnerstag, 15. November 2018, die Gewinner des Jahres 2018.<\/p>\n<p>Bewerben konnten sich professionelle Historiker, Privatforscher und Sch\u00fcler ab Klasse 10. Daher wird der mit 2.200 Euro dotierte \u201eHelmut A. Crous Geschichtspreis\u201c in drei Kategorien vergeben. Eine Jury, bestehend unter anderem aus dem Historiker Prof. Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne, hatte die eingesandten Arbeiten bewertet.<\/p>\n<p>Die Aachener Journalistin Nina Kr\u00fcsmann berichtete zur Verleihung an den Schleidener Autor: <em>\u201e<\/em><em>Unter den Privatforschern stach der Journalist Franz Albert Heinen mit seinem Buch \u201aAbgang durch Tod\u2018 hervor. Die Zwangsarbeit tausender Ausl\u00e4nder im ehemaligen Schleidener Kreisgebiet 1939 bis 1945 war ein bislang unbeschriebenes Blatt der Regionalgeschichte. Der Einsatz forderte Hunderte Opfer besonders unter den polnischen und osteurop\u00e4ischen Zivilarbeitern sowie sowjetischen Kriegsgefangenen in den Arbeitskommandos der Nordeifel. Das finstere Kapitel der Regionalgeschichte stellt gemessen an der hohen Zahl der Todesopfer den gr\u00f6\u00dften Verbrechenskomplex des 20. Jahrhunderts im Schleidener Land dar.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Namens der Jury begr\u00fcndete Marcell Perse, Leiter des Museums Zitadelle in J\u00fclich, als Laudator die Preisvergabe an Heinen. Er stellte die breite und transparente Quellenerschlie\u00dfung von Archiven heraus, habe Zeitzeugen befragt, ein gutes Register und einen reichen Anmerkungsapparat mit konkreten Beispielen. Wichtig fand Perse die Beschreibung dieser Eins\u00e4tze als \u201eSklavenarbeit\u201c statt des schon zu eingef\u00fchrten und emotionslos als Terminus gewohnten Begriffs \u201eZwangsarbeiter\u201c. Ebenso stellte der Laudator die Tatsache heraus, dass sehr wohl die Bev\u00f6lkerung die vielfach systematische Unterern\u00e4hrung und t\u00f6dliche Schikane gegen die Arbeiter wahrnahm.<\/p>\n<p>Dann schlug Perse den Bogen in die Jetztzeit und betonte, dass weitere Forschung zu dem Thema n\u00f6tig sei. Die kulturelle T\u00fcnche der Zivilisation sei d\u00fcnn; gegen systemisches Unrecht sei die Menschlichkeit Einzelner machtlos. Wer den Anf\u00e4ngen wehren wolle, d\u00fcrfe das Engagement im \u201ez\u00e4hen\u201c \u00f6ffentlichen Raum nicht scheuen. An Lokalpolitik, Vereine und andere appellierte der Historiker, das Verbindende der Demokraten mehr zu betonen als die Blockprofilierung der Fraktionen.<\/p>\n<p>Die in der Arbeit erhobene politische Forderung an die Forstwirtschaft, die Zwangsarbeit in ihren Revieren untersuchen zu lassen, unterst\u00fctzte Perse ebenfalls klar: Eine Initiative zu einer solchen Aufarbeitung k\u00f6nnten sich das Umweltministerium NRW, der Landesbetrieb Wald und Holz und\/oder auch die Nationalparkverwaltung zur Ehre gereichen lassen; der runde 75. Jahrestag zum Kriegsende 1945 stehe 2020 bevor, und es sei ein durchaus sehr angemessener Impuls, dieser Fragestellung nachzugehen.<\/p>\n<p>Die weiteren Auszeichnungen: Bei den Sch\u00fclern machte der Film \u201eDrei Steine, vier Grenzen&#8220; vom Paul-Julius-Reuter Berufskolleg der St\u00e4dteregion Aachen das Rennen. Eine Ehrung erhielt Achim Gro\u00dfmann f\u00fcr sein Werk \u201eZigarren &amp; Zigarillos aus W\u00fcrselen\u201c zur Geschichte der W\u00fcrselener Zigarrenindustrie. Eine weitere Ehrung ging an den Autoren Ernst Schiffer f\u00fcr sein umfassend recherchiertes Buch \u201eDas Ponttor\u201c. Bei den Profis entschied sich die Jury f\u00fcr zwei halbe Preise und eine Ehrung. F\u00fcr ihr Buch \u201eUnd Salomon spielt l\u00e4ngst nicht mehr&#8230;&#8220; erhielten die Historiker Ingo Deloie und Ren\u00e9 Rohrkamp einen halben Preis. Das Buch schildert erstmals ausf\u00fchrlich die Geschichte der Alemannia in der NS-Zeit. Max Salomon war umjubelter Stammspieler, der als Spitzensportler 1942 ein Opfer der Judenvernichtung wurde.<br \/>\nEbenfalls ein halber Preis ging an Josefine Jeworrek f\u00fcr ihr Buch \u201eArmut in Aachen als kommunalpolitisches Problem. St\u00e4dtische Armenf\u00fcrsorge und staatliche Sozialpolitik 1798 bis 1871\u201c. Eine Ehrung ging an Kuratorin Wiebke Birth und Museumsdirektor Peter van den Brink f\u00fcr die hervorragende wissenschaftliche Aufarbeitung der Person von Barthold Suermondt. Anl\u00e4sslich seines 200. Geburtstages zeigte das Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen eine umfassende Ausstellung zur Sammlert\u00e4tigkeit des Aachener Industriellen.<\/p>\n<p>Die Auszeichnung mit Urkunde und Geldpreis an Heinen ist bereits der zweite Erfolg f\u00fcr das Buch. Die Zwangsarbeiterbibliothek im Dokumentationszentrum \u201aTopographie des Terrors\u2018 in Berlin hatte die Ver\u00f6ffentlichung zum Kreis Schleiden bereits im Mai als \u201eBuchtipp des Monats\u201c angepriesen. Mit \u00fcber einer Million Besuchern im Jahr 2017 geh\u00f6rt die \u201eTopographie des Terrors\u201d zu den meist besuchten Erinnerungsorten in Berlin. An&nbsp;diesem Ort befanden sich w\u00e4hrend des \u201eDritten Reichs\u201d die Zentralen der Geheimen Staatspolizei, der SS und des Reichssicherheitshauptamts. <em>(Text: Nina Kr\u00fcsmann \/ AKV, mit GfS)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Geschichtspreis-f\u00fcr-FA-Heinen-Bild-Nina-Kr\u00fcsmann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4591 size-medium\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Geschichtspreis-f\u00fcr-FA-Heinen-Bild-Nina-Kr\u00fcsmann-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Geschichtspreis-f\u00fcr-FA-Heinen-Bild-Nina-Kr\u00fcsmann-300x200.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Geschichtspreis-f\u00fcr-FA-Heinen-Bild-Nina-Kr\u00fcsmann-768x512.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Geschichtspreis-f\u00fcr-FA-Heinen-Bild-Nina-Kr\u00fcsmann-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Geschichtspreis-f\u00fcr-FA-Heinen-Bild-Nina-Kr\u00fcsmann.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Der Pr\u00e4sident des Karnevalsvereins Aachen, Dr. Werner Pfeil (li), Buchautor F.A. Heinen und Marcell Perse, Leiter des Museums Zitadelle J\u00fclich und Mitglied der Jury, der die Preisvergabe begr\u00fcndete. <em>Bild: Nina Kr\u00fcsmann \/ AKV<\/em><\/span><\/p>\n<p>Mehr dazu: <a href=\"https:\/\/eifeler-presse-agentur.de\/2018\/11\/f-a-heinen-erhielt-geschichtspreis-der-akv-sammlung-crous\/\">Eifeler Presse Agentur (EPA)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das kam \u00fcberraschend f\u00fcr den Schleidener Buchautor Franz Albert Heinen:<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[16,1],"tags":[],"class_list":["post-4590","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fuermitglieder","category-sonstiges"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4590"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4590\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4600,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4590\/revisions\/4600"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}