{"id":525,"date":"2013-04-13T18:00:43","date_gmt":"2013-04-13T17:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/gfsev.de\/?p=525"},"modified":"2017-06-28T07:38:27","modified_gmt":"2017-06-28T07:38:27","slug":"scheuren-im-wandel-der-jahrhunderte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=525","title":{"rendered":"Scheuren im Wandel der Jahrhunderte"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; ein Aufsatz zur Scheurener Geschichte recherchiert und aufgeschrieben von Alfred Wolter anl\u00e4sslich der Scheurener 700-Jahrfeier im Jahr 1989! <!--more--><\/p>\n<h1><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Scheuren im Wandel der Jahrhunderte<\/span><\/span><\/strong><\/h1>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">von Alfred Wolter<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was Heimat bedeutet, wird erst manchem klar, wenn er die Heimat verliert.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wer wenig \u00fcber sein Zuhause wei\u00df, hat oft kein ausgepr\u00e4gtes Heimatgef\u00fchl. Nun, was man nicht kennt, kann man nicht lieben. Es lebt sich aber besser, wenn man sich in seinem Dorf daheim f\u00fchlt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Scheurener f\u00fchlen sich in ihrem schmucken Dorf wohl, sonst w\u00fcrden sie dieses Fest nicht feiern. Gemeinschaftssinn und Opferbereitschaft der Scheurener Bev\u00f6lkerung haben dazu beigetragen, dass der Ort sich heute in einer sehr gef\u00e4lligen Art pr\u00e4sentiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In dieser Erz\u00e4hlung soll versucht werden, aufzuzeigen, wie es in den vergangenen Zeiten hier auf dieser H\u00f6he gewesen ist. Wie die Menschen damals lebten. Manches, was vom H\u00f6ren-Sagen zu uns gedrungen ist, bringt verl\u00e4ssliche Kunde von dazumal.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch die Flurnamen raunen, wenn man richtig hinh\u00f6rt, von Begebenheiten und geschichtlichen Ereignissen, welche gerade hier auf dem Berg oft bis in die R\u00f6merzeit zur\u00fcck reichen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bedingt durch die Abkehr der d\u00f6rflichen Bev\u00f6lkerung von der Landwirtschaft und durch die Flurbereinigung sind viele Flurnamen in Gefahr, der Vergessenheit anheim zu fallen. Das darf nicht sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier ist ein Feld, wo noch so flei\u00dfigen Historikern manches verborgen bleiben muss. Nur der Einheimische, der unsere sch\u00f6ne Sprache beherrscht, kann in vielen F\u00e4llen ergr\u00fcnden, worauf die alten Namen weisen.<\/span><\/span><\/p>\n<h2><em><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Berger<\/span><\/span><\/strong><\/em><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bevor wir nun mit gro\u00dfen Schritten durch die Zeiten und die Fluren unserer Heimat eilen, ein paar Worte zum Berger Menschentyp.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Man h\u00f6rt immer wieder, dieser Typ ist rauh aber herz\u00adlich. Heimatverbundenheit, Treue, Liebe zu den Musen werden ihm nachgesagt. Doch vor allen Dingen hei\u00dft es: <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 180px;\" align=\"JUSTIFY\">\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Berger k\u00f6nnen Feste feiern.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Clan derer von Scheuren geh\u00f6rt seit eh und je zu diesem Bergerv\u00f6lkchen. Wo wir neben den Sch\u00fcrenter, die Drommerter, die Bereschter, die Ettschelter, die Meherenter, die Muhschpieher und die alten Wollsiefer finden. Die letzteren und ihr Schicksal sind bei den Berger Leuten nicht vergessen. \u2013<\/span><\/span><\/p>\n<h2><em><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Historische Infrastruktur<\/span><\/span><\/strong><\/em><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nicht weit von dem Punkt, wo heute die von Scheuren kommende Stra\u00dfe in die Stra\u00dfe Herhahn-Dreiborn ein\u00adm\u00fcndet, kreuzte schon in der R\u00f6merzeit ein aus Belgien \u00fcber Konzen-Einruhr f\u00fchrender Weg die R\u00f6merstra\u00dfe K\u00f6ln-Reims, welche von Herhahn in Richtung Dreiborn verlief.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der von Einruhr am Heilstein vorbeif\u00fchrende Weg ging durch den heutigen Ort Scheuren. Hier an der Ley vorbei nach Schleiden, von dort nach Sistig und weiter nach Trier.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Mittelalter wurde dieser Weg in unserer Gegend die Konzer Gasse genannt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dieser Weg ist wahrscheinlich daf\u00fcr ma\u00dfgebend gewesen, dass die Vorheiz Scheunen, von welchen Scheuren seinen Namen ableitet, hier erbaut wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da Scheuren auch schon relativ fr\u00fch auf den Landkarten zu finden ist, wird hier eine Einkehrm\u00f6glichkeit f\u00fcr Fuhrleute vermutet. Also ein Wirtshaus, wo Pferde und Fuhrm\u00e4nner nach anstrengender Bergfahrt verschnaufen konnten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was die Stra\u00dfenkreuzung von R\u00f6merstra\u00dfe und Konzer Gasse betrifft, so ist noch nachzutragen, dass an dieser Kreuzung im Mittelalter der Galgen der Herrschaft Dreiborn stand, zu der Scheuren geh\u00f6rte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bis zur Errichtung des Flugplatzes Vogelsang hie\u00df die Flur dort: \u201eAm Galgen\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Unterhalb von Scheuren, am Scheurenter Berg, in Richtung Schleiden, flie\u00dft der Diefenbach. Das war ein Scheckenbach, was nichts anderes als Grenze bedeutet. Hier scheidet der Bach schon in fr\u00e4nkischer Zeit den Z\u00fclpich-Gau vom Eifel-Gau. Scheuren geh\u00f6rte zum Z\u00fclpich-Gau; Schleiden zum Eifel-Gau. Diese Grenze l\u00e4\u00dft sich fast 1.000 Jahre zur\u00fcckverfolgen. Im Jahre 1060 war der Bach Grenze des Dekanats Z\u00fclpich. Gro\u00dfe Territorien grenzten hier im Laufe der Jahrhunderte \u00fcber ihre Lehnsherren aneinander: Um 1400 B\u00f6hmen an J\u00fclich, 1450 J\u00fclich an Burgund (das heutige Benelux-Gebiet), 1504 war hier Grenze zwischen J\u00fclich und Kastilien. Um 1600 grenzten J\u00fclich und Spanien am Diefenbach aneinander. Um 1700 war der Bach Grenze zwischen Rhein-Pfalz und Spanien. Vor der franz\u00f6sischen Besetzung inder Rheinlande war hier 1794 Grenze zwischen \u00d6sterreich und Bayern.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im 19. Jahrhundert sank diese fast 1000-j\u00e4hrige Grenze am Scheurener Berg zur Gemeindegrenze herab. Der Bach war nur Grenze zwischen der Stadt Schleiden und der Gemeinde Dreiborn.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1940 wurde das Gebiet der Stadt Schleiden vergr\u00f6\u00dfert und die Gemeinde Dreiborn verkleinert. Die alte Grenze existierte nun nicht mehr. Die Scheurener und die Ettelscheider geh\u00f6rten nun zu Schleiden. Nach der kommunalen Neugliederung geh\u00f6ren alle H\u00f6henorte zur Stadt Schleiden. Alle sind Stadtmenschen geworden. Selbst die Dreiborner! Wer h\u00e4tte das gedacht?!<\/span><\/span><\/p>\n<h2><em><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Name Scheuren<\/span><\/span><\/strong><\/em><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn man den Namen Scheuren unter die Lupe nimmt, erkennt man noch die Verwandtschaft zwischen Sch\u00fcren und Schuren. Schuren bedeutet: Mer oss om dr\u00fce; unterm Dach und Fach. In einer Sch\u00fcr ist alles geborgen vor Wind und Wetter, schlechten Zeiten und dem Winter kann man bei voller Scheuer getrost trotzen. Schutz und Trutz k\u00f6nnten die Scheurener sich auf ihr Wappen schreiben.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bevor wir nun zu den Daten und Fakten kommen, begeben wir uns ins geschichtliche Dunkel: in die Steinzeit.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Am Heerenbroch, zwischen Patersweiher und Scheuren, wurden n\u00e4mlich steinzeitliche Werkzeuge gefunden. Dort am Wolfsbruch, wo 1871 der letzte Wolf in unserer Gegend geschossen wurde, werden schon damals J\u00e4ger diese Utensilien verloren haben. Ich zweifle zwar daran, dass jener biblische Bericht sich hier auf Scheuren bezieht, wo es sinngem\u00e4\u00df hei\u00dft: Ich will mir gro\u00dfe Scheunen bauen, meine Vorr\u00e4te gut lagern, mich zur Ruhe setzen und das Leben genie\u00dfen. Ich glaube, hier auf dem Berg ist es etwas anders gelaufen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Landmann durfte die Scheunen zwar f\u00fcllen, die Ernte einbringen, diese bewachen und bewahren, zur Ruhe setzen durfte er sich nicht. Und die Genie\u00dfer waren die damaligen Herren, welche auf Walberhof und sp\u00e4ter auf Burg Dreiborn sa\u00dfen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da der k\u00f6nigsfreie Hof Wallebuhre schon vor dem Jahre 1000 genannt und 1145 urkundlich erw\u00e4hnt wird, ist anzunehmen, dass damals auf dem Gebiet des heutigen Ortes Scheuren schon eine Siedlung mit Lagerh\u00e4usern stand. Zumal in Richtung Scheuren-Ettelscheid Flurnamen anzutreffen sind, welche auf den k\u00f6nigsfreien Hof Wallenbuhre weisen, z. B. K\u00f6nigsdell, K\u00f6nigsheck, Steenbachsreich (was wohl Grenze des reichsfreien Gutes bedeutet).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch Helligenhardt geh\u00f6rt zu diesen Fluren. Der Name besagt, dass es sich hier um einen unantastbaren Bannwald handelt. Zum Walberhof geh\u00f6rten 4 K\u00f6nigshufen Land, ca. 700 bis 800 Morgen. Meist war es Schafweide mit Ginster und Wachholderb\u00fcschen bewachsen. In Herhahn ist der Flurname Opperhuf noch erhalten. In Richtung Dreiborn auf der Wasserscheide zwischen Olef und Rur war ein gro\u00dfes Sumpfgebiet, wo nur hier und da Kopfweiden und Erlengeb\u00fcsch vorkamen. Dieses Gebiet op Grohweck wurde erst 1915 von russischen Kriegsgefangenen trockengelegt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diese Flur um den Neuweiher m\u00fc\u00dfte richtig \u201edes Grafen Weiden\u201c hei\u00dfen. Denn von den hier wachsenden Weidenb\u00e4umen wurden in der Flechtkammer auf der Burg K\u00f6rbe, Mangen und Wannen geflochten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir wollen heute nat\u00fcrlich keine Grenzen mehr. Diese haben unsere Vorfahren neben anderen Drangsalen nur behindert. Es sei aber daran erinnert, dass am Scheurener Berg fast 1000 Jahre Grenze gewesen ist.<\/span><\/span><\/p>\n<h2><em><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">700 Jahre Scheuren<\/span><\/span><\/strong><\/em><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach unserem heutigen Wissen erfolgte die fr\u00fcheste Nennung Scheurens unter dem Namen <\/span><span style=\"color: #000000;\"><i>Schurin<\/i><\/span><span style=\"color: #000000;\"> im Jahre 1289. Grund genug, im Jahre 1989, also 700 Jahre nach diesem historischen Datum, ein Fest zu feiern.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Durch ein solches Fest wird die Dorfgemeinschaft gef\u00f6rdert. Die Eigenst\u00e4ndigkeit des Ortes Scheuren innerhalb der Stadt Schleiden wird durch dieses Miteinander erkennbar. Die Scheurener beweisen, dass sie sich nicht als Randb\u00fcrger der Stadt Schleiden f\u00fcgen.<\/span><\/span><\/p>\n<h2><em><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Scheurener Geschichte<\/span><\/span><\/strong><\/em><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">45 Jahre nach der ersten Nennung Scheurens am 10. Dezember 1334 wird der Ort urkundlich erw\u00e4hnt. In Paris kommt es zu einem Vertrag zwischen dem K\u00f6nig Johann von B\u00f6hmen und dem Grafen von J\u00fclich. In diesem Vertrag wird Scheuren schon als Dorf bezeichnet. Es m\u00fcssen also auch schon im Jahre der erstmaligen Erw\u00e4hnung 1289 mehrere Hofst\u00e4tten in Scheuren gewesen sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">85 Jahre sp\u00e4ter, 1419, wird Peter von Scheuren als Sch\u00f6ffe am Gericht Dreiborn genannt. Der Clan derer von Scheuren hatte zu dieser Zeit schon einen Vertreter an h\u00f6chster Stelle. Dieser Peter, welcher sich nach dem Ort \u201evon Scheuren\u201c nannte, muss ein wohlhabender Mann gewesen sein. Das Sch\u00f6ffenamt konnte damals nur von Leuten bekleidet werden, wenn sie ca. 400 Morgen Land ihr Eigen nannten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1572 wird uns von einer sehr wohlhabenden Familie aus Scheuren berichtet. Pungens oder Pingens Grete aus Scheuren bekam 700 Taler zu Hilich, als sie Jasper Vei\u00dfen aus Gem\u00fcnd heiratete. Aus dem Namen Pingen geht hervor, dass diese Familie sich mit dem Abbau von Eisenstein befa\u00dfe. Die Gruben, aus denen der Eisenstein im Tagebau gewonnen wurde, nannte man auf dem Berg Pingen. Ein altes Abbaugebiet bei Dreiborn hei\u00dft heute noch \u201eOb der Ping\u201c. Einer von den Pingens war sogar Schultheis auf Burg Dreiborn.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da mir aus der Zeit von 1320 bis 1545 einige zuf\u00e4llig erhaltene Bev\u00f6lkerungszahlen aus unserem Raum vorliegen, sollen diese hier eingef\u00fcgt werden, wenn auch \u00fcber Scheuren keine Zahlen zu dieser Zeit vorliegen.<\/span><\/span><\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1320 werden in Malsbenden 4 Haushaltungen genannt.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1451 waren in Schleiden 68 besteuerte Hofst\u00e4tten.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1490 gab es in Gem\u00fcnd 15 Hofst\u00e4tten.<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1545 sind in der gesamten Herrschaft Dreiborn, welche<br \/>\naus 21 D\u00f6rfern und Weilern besteht, 272 Haushaltungen.<\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Noch im ausklingenden Mittelalter nennt das Sch\u00f6ffenweistum von Olef den Herrn von Dreiborn als einen gewaltigen Landherrn. Einen Herrn \u00fcber Land und Leut, \u00fcber Hals und Bauch, \u00fcber den Vogel in der Luft und den Fisch im Wasser. Ein Herr \u00fcber Wassergang, Glockenklang und Chorgesang. Dieser konnte in der Mutterkirche zu Olef einen Pater, einen Pastor, nach seinem Willen einsetzen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Scheuren geh\u00f6rte auch zur Mutterkirche Olef. An diese Zeit erinnert heute noch der alte Kirchweg von Scheuren durch das H\u00f6ddelbachtal, dann durch den H\u00f6ddelbusch, den damaligen Olefer Kirchenwald zur Mutterkirche in Olef.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Des \u00f6fteren gab es Zankereien, also Hoddel zwischen den Sch\u00f6ffen in Olef und den Herren von Dreiborn, wegen dieses Busches. Vielleicht ist damit der Name H\u00f6ddelbusch gedeutet.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Von 1550 bis um das Jahr 1600 wird uns von religi\u00f6sen Schwarmgeistern aus dem H\u00f6hengebiet berichtet. In Scheuren, aber besonders in Ettelscheid ist gem\u00e4\u00df Aufzeichnungen des damaligen Olefer Pastors die teuflische Sekte der \u201esakrementarischen\u201c oder auch \u201eWiderteufer\u201c genannt, anzutreffen. Einfache Bauersleute hatten sich von der kath. Kirche abgewandt. Sie glaubten, durch die Erwachsenentaufe und die Gottesverehrung im stillen K\u00e4mmerlein die ewige Seligkeit zu erlangen. Es liegen noch Proze\u00dfakten mit namentlicher Benennung der betroffenen Familien vor. Diese, man kann sagen frommen und gottesf\u00fcrchtigen Menschen, die Vorboten des Protestantismus, wurden damals des Landes verjagt. Ihre Brunnen wurden zugesch\u00fcttet und die Kamine wurden eingeschlagen. Sp\u00e4ter wurden einige junge Leute begnadigt mit der Bedingung, dass sie nicht heiraten durften. Diese Zeitepoche mit ihren Bauernaufst\u00e4nden und ihren religi\u00f6sen Wirren ging schlie\u00dflich in den 30-j\u00e4hrigen Krieg \u00fcber.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im 30-j\u00e4hrigen Krieg von 1618 bis 1648 waren auch die Berger Menschen von Mord und Pest bedroht. In den alten Aufzeichnungen ist von Einquartierungen aus aller Herren L\u00e4nder die Rede. In dieser Zeit ist es rauh zugegangen. Auch \u00fcber sehr strenge Winter wird aus dieser Zeit berichtet. Am 11. Juli 1654 lag hier auf der H\u00f6he so viel Schnee, dass die menschlichen Spuren in ihm sichtbar waren.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Pest bedrohte die D\u00f6rfer auf der H\u00f6he. Im Jahre 1660 wurde in Wollseifen bei jeder heiligen Messe gebetet:<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 180px;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf die F\u00fcrbitte des heiligen Rochus,<br \/>\nbefreie uns von S\u00fcnden und<br \/>\nbewahre uns vor dem ungarischen Fieber.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Herumstreunende S\u00f6ldner pl\u00fcnderten die D\u00f6rfer. 1666 wurde die Prozession nach Mariawald wegen der Pest untersagt. Doch der Burgherr konnte in diesen Zeiten das Schlimmste abwenden. Er erlie\u00df strenge Gebote und Verbote zum Nutzen seiner Untertanen. Fremde und fahrendes Gesindel wurden aus dem Land gehalten oder auf das Strengste \u00fcberwacht.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Von Hexenverfolgungen ist in den Annialen nicht die Rede, obwohl es im Berger Land immer kr\u00e4uterkundige Frauen gegeben hat. De Penk hoalen, de Kunst doon, Brand stillen, Blut stillen und Warzen vertreiben; der Glaube daran ist in unserer Zeit nicht ausgestorben. Der Burgherr scheint also die Leute nicht nur ausgebeutet zu haben. Mindestens in der Zeit der Hexenverfolgungen hat er sie auch besch\u00fctzt. Nat\u00fcrlich musste der Landsmann die Scheunen des Herren f\u00fcllen, die Ernte zu seinem Nutzen einbringen. Die Parole \u201eWohlstand f\u00fcr alle\u201c war damals noch unbekannt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Schafbauern geh\u00f6rten zu den bessergestellten Leuten. Schafweide war reichlich vorhanden. Nur in den T\u00e4lern, wo man w\u00e4ssern konnte, und auf bevorzugten Lagen, war der Graswuchs nennenswert.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In Scheuren ist der Heuberg heute noch als damaliges Grasland zu erkennen. Die Parzellierung des Nutzlandes war so klein, dass es Parzellen gab, tragend einen Harpen, d. h.: Man konnte die Ernte in der Kippe nach Hause tragen. Auf der H\u00f6he zwischen Ettelscheid, Scheuren, Dreiborn und Herhahn wuchs als alleinige Feldfrucht nur Hafer.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Um an Bargeld zu kommen, wurden Kramerzv\u00f6gel gefangen und zu den M\u00e4rkten in Eupen und Aachen getragen. Auch die Imkerei wurde betrieben. Der Berger Kappessamen war damals weit und breit als sehr gut bekannt. Diese lie\u00df man auf besonderen Parzellen heranreifen. Der Flurname \u201eEm K\u00fchljard\u201c zeugt noch von der Scheurener Kappessamenzucht.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mancher Landmann versuchte sich mit der Ochsenzucht und bot seine Ein- und Zweisp\u00e4nner auf dem Schleidener Markt zum Verkauf an.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die L\u00e4sterer sagten zwar dem Berger V\u00f6lkchen keine allzu gro\u00dfe Beweglichkeit nach. Man sagt ja heute noch:<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 180px;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Wer et kreejen well mot leehen,<br \/>\nder moss halden Schoof on Beehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">B\u00f6se Talmenschen sagten, dem Berger w\u00e4re der Genster \u00f6ver der D\u00f6rpel gewachsen. Und das h\u00e4tte ihn keines\u00adwegs gest\u00f6rt. Mit D\u00f6rpel bezeichnete man den Schieferstein unter der Haust\u00fcr; auch \u201eHussteen\u201c genannt. Am D\u00f6rpel begann das Hausrecht. Anderswo sagt man: Mein Haus ist meine Burg. Der Berger sagte: Du k\u00f6ss mir nett \u00f6ver der D\u00f6rpel, oder: Noch een Wort, on du fl\u00fcchs \u00f6ver der D\u00f6rpel. Wie schon gesagt, es handelt sich um einen behauenen Schieferstein, welcher an der Leykaul gebrochen wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Noch bis ins 19. Jahrhundert hatten gutgestellte Leute den K\u00fcchenboden mit Schieferplatten ausgelegt. Ansonsten war dort festgestampfter Lehmboden anzutreffen. Ein weiterer Nebenverdienst der Berger Leute war die Eisensteingewinnung. Die Eisensteinkuhlen waren in den Fluren um Scheuren, Ettelscheid und Dreiborn allenthalben anzutreffen. Wo die Flurnamen Gronnekuhl, Scherpeschkuhl oder \u00e4hnlich hei\u00dfen, da kann man annehmen, dass einmal Eisen im Tagebau gewonnen wurde. Als diese Kuhlen, wie schon gesagt, Pingen genannt, \u00fcberhand nahmen, tat der Burgherr etwas f\u00fcr den Umweltschutz. Er verf\u00fcgte, dass diese Gruben nach der Ausbeute wieder verf\u00fcllt werden mussten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In den Eichenhardten um Scheuren waren die K\u00f6hler am Werk, besonders auf dem Meierling. Die Holzkohle wurde von den Schleidener, Blumenthaler und Kirchseiffener Reidtmeistern und Eisenh\u00fcttenbesitzern gut bezahlt. Besonders in der Franzosenzeit, wo die Rheinlande zu Frankreich geh\u00f6rten, war die Schleidener Talsarbeit, wie das fertige Eisen genannt wurde, sehr begehrt. Die damaligen Parolen: \u201eFreiheit, Br\u00fcderlichkeit und Gleichheit\u201c haben die Scheurener nicht aus der Ruhe gebracht. Es hei\u00dft zwar, sie w\u00e4ren gute Franzosen gewesen, wie alle Eifeler \u2013 das lag daran, dass die Feudalherrschaft aufgehoben und die Unterdr\u00fcckung durch die Burgherren abgeschafft wurde. Doch als junge Leute mit Napoleon nach Ru\u00dfland marschieren mussten, ist von der Begeisterung f\u00fcr Frankreich nicht viel \u00fcbriggeblieben.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach Waterloo, am 3. April 1815, ist Scheuren dann der Krone Preu\u00dfens zugefallen. Es geh\u00f6rte zur Gemeinde Dreiborn, Kreis Gem\u00fcnd, im Gro\u00dfherzogtum Niederrhein, in milit\u00e4rischer Hinsicht zum 25. Landwehrregiment.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Damals wohnten in Scheuren 103 Seelen in 22 H\u00e4usern. In Ettelscheid wohnten 94 Seelen in 18 H\u00e4usern. Obwohl die Preu\u00dfen f\u00fcr die Eifel taten, was sie konnten, war man \u00fcber die preu\u00dfische Ordnung gar nicht erfreut. Stra\u00dfen und Schulen wurden zwar gebaut; die Fichte musste zwangsweise angepflanzt werden, die H\u00f6hen und Hardten ergr\u00fcnten wieder. Aber das bedeutete weniger Schafweide. Und wenn die Kinder zur Schule mussten, fehlte ihre Arbeitskraft. Aber es ging aufw\u00e4rts und mit der Zeit sagten viele: \u201eEndlich haben wir ein Vaterland\u201c und lie\u00dfen sich den Bart nach Kaiser-Wilhelm-Art wachsen. Als der Kronprinz bei seiner Eifelreise Scheuren passierte, war das Dorf geschm\u00fcckt und der Jubel war gro\u00df. Der gemeinsame Triumpfbogen der Berger stand an der Stra\u00dfenkreuzung \u201eop Grohweck\u201c. Doch wenn auch der Jubel gro\u00df war und die Kinder sangen: \u201eHeil dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">W\u00e4hrend von Wollseifen die Kirchenglocken erklangen, so l\u00e4uteten in Dreiborn die Glocken nicht. Der Pastor hatte dem K\u00fcster den Kirchenschl\u00fcssel verborgen. Eines protestantischen Prinzen wurde damals in Dreiborn nicht gel\u00e4utet. Ob man nun f\u00fcr die Preu\u00dfen war oder nicht, sie brachten den Aufschwung.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die b\u00e4uerlichen Betriebe hatten bald den neuen Pflug, welcher den Boden nicht nur aufritzte, sondern in die Tiefe ging und die Erde schollenweise umwarf. Dieser Pflug wurde liebevoll \u201eEt Sch\u00f6ppem\u00e4nnche\u201c genannt. Nun wurde gerodert und geackert. Die ber\u00fchmten Scheurener Plattnieren, eine wohlschmeckende Kartoffelart, konnte bis Aachen und K\u00f6ln verkauft werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Kunstd\u00fcnger kam, die Alten sagten zwar: \u201eDat oss et Jeld in der Dreck geworpen\u201c, aber die jungen Bauerns\u00f6hne erkannten bald, dass nun auch auf den ruppigsten B\u00f6den Ernteertr\u00e4ge zu erzielen waren. Die Scheunen wurden gr\u00f6\u00dfer. Die Stra\u00dfen und Wege wurden verbessert. Die Pferdepost verkehrte zwischen Schlei\u00adden, Gem\u00fcnd und Monschau. Der Telegraph war auf den Poststationen eingef\u00fchrt. Man konnte sich gegen Feuer versichern lassen, aber nur in vollem Umfang, wenn man das Strohdach durch ein Dach mit \u201eFirmenicher Pannen\u201c einwechselte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wer etwas auf sich gehalten hat, abonnierte die Zeitung.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn ein Scheurener, Ettelscheider oder Drommerter Junge in Berlin bei der Garde gedient hatte, sprach er den Rest seines Lebens Hochdeutsch. Er hatte die Welt gesehen und konnte im Dorf ein gewichtiges Wort mitsprechen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im preu\u00dfischen Krieg gegen \u00d6sterreich waren ca. 30 junge M\u00e4nner aus der Gemeinde Dreiborn dabei. Soviel mir bekannt ist, kehrten alle wieder heim. Im Krieg 1870\/1871 kehrte aus Dreiborn einer nicht zur\u00fcck. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">45 Jahre war nun Friede im Land. Der Kaiser versprach gl\u00fcckliche Zeiten. Was daraus geworden ist, ist allen bekannt. Es ging zwar aufw\u00e4rts, aber 1914 bis 1918 kehrten Trauer und Leid in den Familien ein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach dem 1. Weltkrieg wurde das elektrische Licht in den Heimatd\u00f6rfern modern. Die ersten Wasserleitungen wurden in Hand- und Spanndienst und in Eigenregie auf den H\u00f6hend\u00f6rfern angelegt. Mit der Landwirtschaft ging es wieder bergauf. Wieder einen neuen Pflug per Selbstfahrer mit 2 Pferden gezogen sah man nun im Feld. Am Selbstbinder waren bei der Getreideernte 3-4 Pferde vorgespannt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die M\u00e4hmaschine ratterte durch die Wiese. Ihre Ger\u00e4usche waren kilometerweit zu h\u00f6ren. L\u00e4rm und Qualm geh\u00f6rten damals noch zum Fortschritt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der zweite Weltkrieg kam und unsere Heimat wurde zum Schlachtfeld. Die D\u00f6rfer wurden zerst\u00f6rt. Auch die Scheurener mussten im Granatfeuer ihr Dorf verlassen. Viele starben \u2013 die Toten wurden nicht vergessen. Aber trotz Tr\u00fcmmern, Not und Tod, trotz verminten Feldern und W\u00e4ldern ging auch in Scheuren das Leben weiter. Aus dem Schutt des Krieges mauserte sich Schritt f\u00fcr Schritt mit viel Flei\u00df und Opferbereitschaft ein Eifeldorf, das sich sehen lassen kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Scheunen sind im Dorf zwar nicht mehr so wichtig wie fr\u00fcher. Aus den meisten Scheunen wurden Autogaragen, eine Forderung der neuen Zeit, unserer Zeit, die eines Tages auch der Vergangenheit angeh\u00f6ren wird. Wir hoffen, dass die Enkel einst sagen werden: Unsere Gro\u00dfeltern haben das Beste aus ihrer Zeit und in ihrer Zeit gemacht.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ganz bestimmt werden die Nachkommen der Scheurener sagen: \u201e1989, da haben sie ein Fest gefeiert, den 700. Geburtstag des Dorfes\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n<h2><strong><em><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8230; wie die Alten sungen<\/span><\/span><\/em><\/strong><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ja, Feste feiern, das haben die \u201eAlten\u201c gekonnt. Und wir, die Zeitgenossen hoffen, dass in den kommenden Zeiten nur gut gesinnte Menschen in Scheuren \u00f6ver der D\u00f6rpel kuhn, die jehr gesehn sen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dass hier in Scheuren noch manches Fest gefeiert wird, vor allem gemeinsame Dorffeste, welche den Zusammenhalt f\u00f6rdern. Damit der Spruch sich bewahrheitet: \u201cWie die Alten gesungen, so zwitschern die Jungen\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; ein Aufsatz zur Scheurener Geschichte recherchiert und aufgeschrieben von Alfred Wolter anl\u00e4sslich der Scheurener 700-Jahrfeier im Jahr 1989!<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-525","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-historische_einblicke"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/525","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=525"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/525\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3032,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/525\/revisions\/3032"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}