{"id":5497,"date":"2019-10-24T08:14:43","date_gmt":"2019-10-24T08:14:43","guid":{"rendered":"http:\/\/gf-sle.de\/?p=5497"},"modified":"2019-10-24T08:35:20","modified_gmt":"2019-10-24T08:35:20","slug":"aus-der-bilderkiste-das-gemuender-kino-eine-unterhaltungseinrichtung-seiner-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=5497","title":{"rendered":"Aus der Bilderkiste \u2013 Das Gem\u00fcnder Kino \u2013 eine Unterhaltungseinrichtung seiner Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Das erste Kino in Gem\u00fcnd wurde im Jahre 1937 von Johann Pilger gebaut. <!--more-->Vorher hatte es bereits Filmvorf\u00fchrungen im Mehrzwecksaal des Hotels \u201eZur Talsperre\u201c in der Dreiborner Stra\u00dfe gegeben (Bild 1). Zu Filmvorf\u00fchrungen wurde eine Gro\u00dfleinwand heruntergezogen. Johann Pilger hatte zuerst in der Bergstra\u00dfe ein Kolonialwarengesch\u00e4ft. Er kaufte dann in der Dreiborner Stra\u00dfe das Hotel \u201eZur Talsperre\u201c, das sp\u00e4tere Hotel Lieske, wo dann auch die ersten Filme gezeigt wurden. Zuerst waren es noch Stummfilme mit Klavierbegleitung; sp\u00e4ter kamen dann schwarz\/wei\u00dfe und farbige Tonfilme hinzu.<br \/>\nIm Jahre 1937 baute Johann Pilger einen Kinosaal hinter der Dreiborner Stra\u00dfe mit langem Eingang und kleinem Kassenh\u00e4uschen (Bild 2). Das Kino hatte 300 Sitzpl\u00e4tze mit 3 R\u00e4ngen und einer Loge. Vorne waren die billigsten, hinten die teuersten Pl\u00e4tze (Bild 3).<br \/>\nIm Zweiten Weltkrieg wurde das Kino im Winter 1944\/45 zerst\u00f6rt (Bild 4). Die Eheleute Albert und Betty Pilger bauten es im Jahre 1948 wieder auf (Bild 5).<br \/>\nIn der Hoch-Zeit des Films \u2013 insbesondere an Sonntagen \u2013 gab es oft 3 Vorstellungen am Tage und wenn alle 300 Pl\u00e4tze besetzt waren, wurden weitere St\u00fchle aus der Gastst\u00e4tte sowie der Privatwohnung geholt.<br \/>\nAm 31. Oktober 2011 wurde das Kino verpachtet, und sp\u00e4ter, als nur noch wenige Besucher ins Kino kamen, wurde der Filmbetrieb ganz eingestellt. Insbesondere das Fernsehen, welches sich in jedem Haus befand, hatte das Kino mit seinen Filmen verdr\u00e4ngt.<br \/>\nWerner Rosen aus Schleiden \u2013 ehemaliger Gemeindedirektor in Hellenthal \u2013 heute 96 Jahre alt, erz\u00e4hlte, dass er in den 1930er Jahren mit vielen anderen Schleidenern nach Gem\u00fcnd ins Kino fuhr. Er selbst war damals Lehrling bei der Kreisverwaltung Schleiden. Sonntags fuhren 50 bis 100 Personen mit dem 15-Uhr-Zug von Schleiden nach Gem\u00fcnd, vom dortigen Bahnhof ging es dann im Eilmarsch durch die M\u00fchlengasse zum Kino, um dort als Erster an der Kasse zu stehen.<br \/>\nNicht selten bildete sich im Kassenraum vor der der kleinen Kasse eine Schlange (Bild 6).<br \/>\nDie Eintrittspreise lagen damals auf einem Normalplatz bei 60 Pfennig und die hinteren, besseren Pl\u00e4tze kosteten 1,20 Reichsmark. Wenn noch Geld vorhanden war, ging man zu Cafe L\u00fcnebach, und bekam dort f\u00fcr 50 Pfennig ein Kaffeegedeck: eine Tasse Kaffee und ein St\u00fcck Kuchen. Dies war dann das Sahneh\u00e4ubchen des Nachmittags. Mit dem 18:30-Uhr-Zug ging es dann wieder zur\u00fcck nach Schleiden.<br \/>\nDamals wurden unter anderem heute noch bekannte Ufa-Filme mit ber\u00fchmten Schauspielern wie Zarah Leander, Heinz R\u00fchmann, Marika R\u00f6kk, Hans Albers und Willy Birgel gezeigt. Filme wie \u201eDie Drei von der Tankstelle\u201c (1930), \u201eHabanera\u201c (1937), \u201eEs war eine rauschende Ballnacht\u201c (1939), \u201eZu neuen Ufern\u201c (1937) waren im Programm.<br \/>\nViele \u00e4ltere Leute denken heute noch gerne an diese alten Filme und ihre Schauspielerinnen und Schauspieler zur\u00fcck, die sie im Gem\u00fcnder Kino gesehen haben.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\">ngg_shortcode_0_placeholderEin Beitrag von Norbert Stoffers. Fotos: Privat<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erste Kino in Gem\u00fcnd wurde im Jahre 1937 von Johann Pilger gebaut.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[83],"tags":[],"class_list":["post-5497","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aus-der-bilderkiste"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5497"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5506,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5497\/revisions\/5506"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}