{"id":671,"date":"2013-04-20T20:49:04","date_gmt":"2013-04-20T19:49:04","guid":{"rendered":"http:\/\/gfsev.de\/?p=671"},"modified":"2017-06-28T07:38:26","modified_gmt":"2017-06-28T07:38:26","slug":"intelligenzforderung-fur-eifeler-knaben-anno-1894","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=671","title":{"rendered":"Intelligenzf\u00f6rderung f\u00fcr Eifeler Knaben Anno 1894"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; Intelligenzf\u00f6rderung in der Eifel im Jahr 1894! Gefunden von Alfred Wolter. Was uns heute zum Schmunzeln anregt, war damals sicher eine sehr ernst zu nehmende Angelegenheit. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Auszug aus dem Artikel \u201eAnsichten \u00fcber eine vergr\u00f6\u00dferte Wehrbarmachung der Eifel\u201c. Von Leutnant A.D. Blanckenhorn Hellenthal Eifel. \u201eAachener Anzeiger, politisches Tageblatt\u201c Nr. 196 \/ 1894<\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\">Anno Domini 1894; Anregungen zur Freizeitgestaltung und Intelligenzf\u00f6rderung f\u00fcr Eifeler Knaben.<\/h3>\n<address>Von Leutnant A. D. Blanckenhorn, Hellenthal Eifel.<\/address>\n<address>\u00a0\u00a0\u00a0<\/address>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eifel, in den gesegneten Rheinlanden gelegen, ist unstreitig der \u00e4rmste Teil derselben. Sie ist in weiten Teilen hinter den Fortschritten der Kultur zur\u00fcckgeblieben. Ihre Bewohner sind kernhafte Leute, durch das Klima sind sie von Jugend auf gegen Wind und Wetter abgeh\u00e4rtet.<\/p>\n<p>Mein Vorschlag geht nun dahin:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den milit\u00e4rischen Geist dieses Gebirgsvolkes schon in fr\u00fchester Jugend zu wecken. Die Lehrer m\u00fcssten angewiesen werden, jedes Jahr, an Sonntagen mit den \u00e4lteren Knaben mindestens zehn Exkursionen in Wald und Gebirge zu machen. Die Knaben sollen Weg und Steg genau kennen. \u00dcber die am Wegesrand wachsenden Kr\u00e4uter und deren Anwendung sind sie zu belehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald ein Knabe das f\u00fcnfzehnte Lebensjahr erreicht hat, haben sich dessen Eltern zu entscheiden, ob derselbe dereinst in ein Eifeler Gebirgsj\u00e4gerkorps eintritt oder in einer anderen Einheit der Armee seinen Milit\u00e4rdienst leisten will. F\u00e4llt die Entscheidung f\u00fcr das Gebirgsj\u00e4gerkorps aus, so haben sich die Knaben jeden Sonntagnachmittag um dreizehn Uhr an ihrem B\u00fcrgermeisteramt einzufinden. Daselbst werden sich ebenfalls ein Unteroffizier und ein oder zwei Korpsj\u00e4ger einfinden. Es ist darauf zu achten, dass die Knaben noch nicht wie Rekruten behandelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat ein Knabe sich nun genaue Kenntnisse der Haupt- und Nebenwege im Umkreis seiner Heimat erworben, so werden ab dem siebenzehnten Lebensjahr Marsch und Feldwachdienst ge\u00fcbt. Den Knaben, welche ohnehin gerne Soldat spielen, soll man bei Auszeichnung eine baldige Bef\u00f6rderung zum Gefreiten oder Unteroffizier bei ihrer sp\u00e4teren wirklichen Dienstzeit in Aussicht stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist unter diesen Vorbildungen das achtzehnte Lebensjahr erreicht, so werden die jungen Leute zu Schie\u00df\u00fcbungen herangezogen, welche ebenfalls sonntagnachmittags stattfinden. So wird die Jugend vom Besuch der Wirtsh\u00e4user zur\u00fcckgehalten. Durch Hervorhebung dieses Punktes wird man am leichtesten die Geistlichkeit dazu bewegen k\u00f6nnen auch diese \u00dcbungen am Sonntag zu zulassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das zwanzigste Lebensjahr erreicht, dann beginnt die eigentliche Milit\u00e4rpflicht. Wie bei den Gebirgsv\u00f6lkern der s\u00fcdlichen L\u00e4nder werden nun die Schie\u00df\u00fcbungen nach den Bedingungen f\u00fcr J\u00e4ger vorgenommen. So kann ein nicht unbedeutendes Kontingent an Scharfsch\u00fctzen herangebildet werden. Als Uniform f\u00fcr die Eifeler Gebirgsj\u00e4ger wird Rock und Hose von grauem Kommisstuch mit gr\u00fcnen Aufschl\u00e4gen, Feldm\u00fctze mit Schirm, Schuhe mit Gamaschen und das beste Gewehrmodell empfohlen.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">In der Eifel wird so ein frischer milit\u00e4rischer Geist in der Jugend geweckt welcher dem Preu\u00dfischen Nationalgef\u00fchl nur f\u00f6rderlich sei kann.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die st\u00f6renden Einfl\u00fcsse, welche leider auf die einfachen Naturmenschen nicht gering sind, k\u00f6nnten neutralisiert werden.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Letztlich w\u00fcrde mit den Eifeler Gebirgssch\u00fctzen dem Preu\u00dfischen Heer eine nicht geringe Anzahl von wegekundigen Mannschaften zu Gebote stehen, welche bei einem etwaigen Krieg mit Frankreich von nicht unerheblichen Nutzen wehren.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da der Verfasser einen gro\u00dfen Teil seiner Jugend in der Eifel zugebracht hat, ist ihm bewusst dass die Kenntnis des Waffengebrauchs zur Wilddieberei f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; Intelligenzf\u00f6rderung in der Eifel im Jahr 1894! 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