{"id":7818,"date":"2023-02-22T07:24:19","date_gmt":"2023-02-22T07:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=7818"},"modified":"2023-03-14T18:30:10","modified_gmt":"2023-03-14T18:30:10","slug":"vortrag-k-vermoehlen-die-pfarrkirche-st-stephanus-in-sistig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=7818","title":{"rendered":"Vortrag K. Verm\u00f6hlen: Die Pfarrkirche St. Stephanus in Sistig"},"content":{"rendered":"<p>Endlich ist es wieder soweit: Nach fast dreij\u00e4hriger Pause (Corona, Flut) k\u00f6nnen wir wieder einen Vortrag anbieten:<!--more--><\/p>\n<p><strong>Freitag, 14. April 2023, 19 Uhr<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der Pfarrkirche in Sistig<\/strong><\/p>\n<p>Der Sistiger Ortsvorsteher&nbsp;<strong>Karl Verm\u00f6hlen&nbsp;<\/strong>referiert \u00fcber die Geschichte und die nicht allt\u00e4gliche k\u00fcnstlerische Ausgestaltung der Sistiger Kirche. Die Pfarrkirche St. Stephanus wurde am 12. Juli 1904 durch den K\u00f6lner Weihbischof Josephus M\u00fcller geweiht. Der Vorg\u00e4ngerbau war wohl um 1500 errichtet worden. In einer Steinfelder Urkunde aus dem Jahre 1310 dem Steinfelder Abt und dem Schleidener Grafen beurkundet, dass von Allerheiligen bis zum Beginn der Fastenzeit in Sistig nur sonntags eine Messe gelesen werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Ber\u00fchmt ist die Sistiger Kirche durch die Ausgestaltung durch Ernst (Johann) Jansen-Winkeln. Au\u00dfer den bekannten Wand- und Deckenmalereien hat Jansen-Winkeln auch 1945 die drei hohen Glasfenster entworfen; 1948 wurden sie von der Fa. Oidtmann in Linnich gefertigt (und 2019 von der gleichen Firma renoviert). Auch die Holzschnittdrucke des Kreuzwegs und die beiden Holztabernakel an den Seitenalt\u00e4ren wurden von dem K\u00fcnstler geschaffen, so dass Sistig das weite Spektrum seines Schaffens abbildet.<\/p>\n<p>Ernst Jansen-Winkeln begann die Ausmalung im M\u00e4rz 1941. Durch seine Einberufung zur Wehrmacht im Oktober 1941 wurde sie unterbrochen. Die erste Periode der Ausmalung umfasst den Chorraum und die beiden ersten Joche des Mittelschiffs. Da die \u00fcbrigen Joche erst danach ausgemalt werden konnten (Oktober 1945 bis Januar 1948), finden wir hier einen bemerkenswerten stilistischen Wandel.<\/p>\n<p>Deshalb ist es besonders interessant, diesen stilistischen Wandel auch in einen geschichtlich-politischen Kontext zu stellen. Im ersten Joch verteidigt ein Soldat mit Stahlhelm und aufgepflanztem Bajonett die &#8222;Heimat&#8220; (obwohl die Wehrmacht einen r\u00fccksichtslosen Angriffskrieg f\u00fchrte!); der Stil der Malerei erinnert an den typischen NS-Stil. Im Verlauf der Mittelschiffmalerei finden sich zunehmend eher expressionistisch anmutende Stilelemente, was dann in den Seitenschiffen ganz deutlich wird. Dort finden sich auch die bekannten Bez\u00fcge zu der damals weniger als 40 Monate zur\u00fcckliegenden NS-Diktatur mit Menschen hinter Stacheldraht im KZ, auch mit den kapitalismuskritischen Darstellungen des Habgierigen, f\u00fcr den nur das Geld z\u00e4hlt, mit den Philosophen und Staatsm\u00e4nner, die den christlichen Glauben kritisch sahen (Marx, Lenin, Nietzsche). Der Gekreuzigte verschwindet in der industrialisierten Welt: hinter F\u00f6rdert\u00fcrmen und der Lokomotive &#8211; damals das Synonym f\u00fcr das sich&nbsp; langsam erholende Deutschland &#8211; kann man ihn kaum erkennen.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich den &#8222;Sistiger Hitler&#8220; &#8211; dargestellt als Biedermann im Gehrock (wie anfangs auch 1933), der Kreuz und Bibel verbrennt, angefeuert vom Teufel, der ihm auf der Schulter sitzt.<\/p>\n<p>Die Kirche explodiert&#8230;.<\/p>\n<p>Neugierig geworden?<\/p>\n<p>Dann kommen Sie zum Vortrag in die Pfarrkirche in Sistig! <strong>Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich:<\/strong> <a href=\"mailto:norbert.toporowsky@gf-sle.de\">norbert.toporowsky@gf-sle.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich ist es wieder soweit: Nach fast dreij\u00e4hriger Pause (Corona, Flut) k\u00f6nnen wir wieder einen Vortrag anbieten:<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-7818","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-termine"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7818"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7818\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7893,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7818\/revisions\/7893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}