{"id":8531,"date":"2024-08-25T08:49:44","date_gmt":"2024-08-25T08:49:44","guid":{"rendered":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=8531"},"modified":"2024-07-25T09:16:36","modified_gmt":"2024-07-25T09:16:36","slug":"aus-der-bilderkiste-die-untere-schleidener-strasse-vor-etwa-70-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=8531","title":{"rendered":"Aus der Bilderkiste &#8211; die untere Schleidener Stra\u00dfe vor etwa 70 Jahren"},"content":{"rendered":"<p>Fallstock, Finanzamt, Fellh\u00e4uschen. Ein Gang \u00fcber die untere Schleidener Stra\u00dfe vor etwa 70 Jahren. <!--more-->Die heutige Bundesstra\u00dfe 265 in Gem\u00fcnd folgt von der Ampel bis zum Beginn des Nierfelder Auel dem Verlauf der Olef. Dies war bis vor ungef\u00e4hr 60 Jahren noch nicht der Fall. Der folgende kleine Beitrag soll einen R\u00fcckblick auf die knapp 200m lange Strecke zwischen der zentralen Kreuzung und dem Bahn\u00fcbergang liefern. Dabei hilft neben der Erinnerung des Autors Grevens Adressbuch aus den Jahren 1952 und 1958 \u2013 einer Zeit, in der Datenschutz noch ein Fremdwort war.<\/p>\n<div id=\"attachment_8535\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-1-Das-Finanzamt-Anfang-der-50er-Jahre-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8535\" class=\"size-medium wp-image-8535\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-1-Das-Finanzamt-Anfang-der-50er-Jahre-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-1-Das-Finanzamt-Anfang-der-50er-Jahre-300x191.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-1-Das-Finanzamt-Anfang-der-50er-Jahre-1024x653.jpg 1024w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-1-Das-Finanzamt-Anfang-der-50er-Jahre-768x490.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-1-Das-Finanzamt-Anfang-der-50er-Jahre-1536x980.jpg 1536w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-1-Das-Finanzamt-Anfang-der-50er-Jahre-2048x1307.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8535\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Das Finanzamt Anfang der 50er Jahre. Die Spuren der Kriegszerst\u00f6rung sind unverkennbar. Quelle: Sammlung Heinen\/Wollgarten<\/span><\/p><\/div>\n<p>Wenn wir bei dieser Zeitreise von der Kreuzung ausgehend zun\u00e4chst der linken Stra\u00dfenseite folgen, so begegnete uns zun\u00e4chst die B\u00e4ckerei und das Cafe von Martin Poth, es folgte die Metzgerei von Martin Reimann, der entsprechend seiner ostdeutschen Herkunft vor allem \u201eschmackhafte schlesische Wurstwaren\u201c anbieten konnte. Das 1907 erbaute Haus war in der Vorkriegszeit im Besitz der j\u00fcdischen Familie Herz. Daneben stand vor dem Krieg das gro\u00dfe Fachwerkhaus Wilden. An dessen Stelle hatte in der Nachkriegszeit Hubert M\u00f6hrer seine Schuhmacherwerkstatt und sein Schuhgesch\u00e4ft. Wenn man einen kleinen Innenhof links hatte liegen lassen, musste man eine Treppe ersteigen, um in den B\u00e4ckerladen von Richard Schmidt, vorher Hilger, zu gelangen. Dahinter kam die Hefehandlung von Johann (Scheng) L\u00f6he, dessen kleiner Lieferwagen unverkennbar war. Zu den beiden nahegelegenen B\u00e4ckereien (in der Vorkriegszeit sogar drei) waren also keinerlei Transportwege n\u00f6tig.&nbsp; Nach dem Wohnhaus der Familie Schreiber folgten dann Lager und Werkstatt von Dachdecker Heinrich Mager, bevor links der Steinweg abbog, der auf den Kreuzberg und den Forst f\u00fchrte. Von da an bis zum Bahn\u00fcbergang erstreckte sich dann Wohnh\u00e4user, teilweise noch mit Werkst\u00e4tten verbunden. Es waren der Reihe nach H\u00e4user der Familien Karls, Hubert Pfeil, Peter und Josef Pfeil, Schr\u00f6der und Nettersheim, Die Reihe schloss ein noch kriegszerst\u00f6rtes Geb\u00e4ude ab, das damals lange der Renovierung harrte.<\/p>\n<div id=\"attachment_8534\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-4-So-eng-war-es-in-der-Kurve-zwischen-den-Haeusern-Weimbs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8534\" class=\"wp-image-8534\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-4-So-eng-war-es-in-der-Kurve-zwischen-den-Haeusern-Weimbs-197x300.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"335\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-4-So-eng-war-es-in-der-Kurve-zwischen-den-Haeusern-Weimbs-197x300.jpg 197w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-4-So-eng-war-es-in-der-Kurve-zwischen-den-Haeusern-Weimbs-673x1024.jpg 673w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-4-So-eng-war-es-in-der-Kurve-zwischen-den-Haeusern-Weimbs-768x1168.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-4-So-eng-war-es-in-der-Kurve-zwischen-den-Haeusern-Weimbs-1010x1536.jpg 1010w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-4-So-eng-war-es-in-der-Kurve-zwischen-den-Haeusern-Weimbs-1346x2048.jpg 1346w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-4-So-eng-war-es-in-der-Kurve-zwischen-den-Haeusern-Weimbs.jpg 1370w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8534\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Ein Schwertransporter, vermutlich auf dem Weg zur im Bau befindlichen Oleftalsperre, durchf\u00e4hrt die Stadt Gem\u00fcnd. Quelle: Sammlung: Klaus St\u00fcber<\/span><\/p><\/div>\n<p>Gehen wir nun auf die rechte Stra\u00dfenseite. Zun\u00e4chst trennte \u2013 wie heute \u2013 eine&nbsp; Bruchsteinmauer die Stra\u00dfe von der Olef. Dann \u00f6ffnete sich weit der so genannte K\u00f6nigshof \u2013 eine unbefestigte gro\u00dfe Fl\u00e4che, von alten Kastanien bestanden. Anfangs nur selten war die Litfa\u00dfs\u00e4ule an der Ecke mit Reklame beklebt. Imposant erhob sich dann das<strong> Finanzamt <\/strong>\u2013 eines der wenigen \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude in Gem\u00fcnd, welches zwar deutliche Kriegsspuren aufwies, aber wenigstens halbwegs nutzbar war, daher anfangs mehrere andere Funktionen (z.B. Post, Amtsgericht, Stadtverwaltung) beherbergte. Hinter dem Wohnhaus der Familie Wergen lag dann an der Stra\u00dfe der Laden, ein wenig zur\u00fcckversetzt die Wohnung von Familie Josef Louis, der sowohl als Elektriker wie auch als Heizungsbauer firmierte. Danach schob sich das Haus von Heinrich Weimbs weit in die Stra\u00dfe hinein \u2013 ein echter Engpass, gef\u00e4hrlich f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger, kompliziert f\u00fcr den st\u00e4ndig wachsenden LKW-Verkehr<\/p>\n<div id=\"attachment_8533\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-3-Den-Fallstock-aufwaerts-im-Februar-1953.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8533\" class=\"size-medium wp-image-8533\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-3-Den-Fallstock-aufwaerts-im-Februar-1953-300x203.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-3-Den-Fallstock-aufwaerts-im-Februar-1953-300x203.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-3-Den-Fallstock-aufwaerts-im-Februar-1953-768x520.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-3-Den-Fallstock-aufwaerts-im-Februar-1953.jpg 780w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8533\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Den Fallstock aufw\u00e4rts im Februar 1953, rechts der Laden von Josef Louis, dahinter das Haus von Familie Weimbs. Quelle: Nachlass Rudolf Gehrke<\/span><\/p><\/div>\n<p>Dort, wo heute die Querstra\u00dfe zum Verkehrskreisel f\u00fchrt, befanden sich Nutzg\u00e4rten \u2013 bei den damaligen Lebensverh\u00e4ltnissen selbstverst\u00e4ndlich intensiv genutzt. Das Doppelhaus der Familien Hickert\/Hilgers war das letzte vor dem Bahn\u00fcbergang. Dieser war durch eine manuell betriebene Schranke gesichert. Schrankenw\u00e4rter Nikolaus Meyer kam allmorgendlich zu Fu\u00df von Nierfeld in das kleine Holzhaus, das im Telefonkontakt mit dem jenseits des Tunnels gelegenen Bahnhof stand. Seitlich dieser H\u00fctte lag der \u201eSch\u00fctt\u201c &#8211; eine aufgesch\u00fcttete Fl\u00e4che, die entstand, als um die Jahrhundertwende eine Schmalspurbahn eingerichtet wurde, welche von hier aus vor allem das Material zum Bau der Urftsee Staumauer transportierte.<\/p>\n<div id=\"attachment_8532\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-2-Vom-Bahnuebergang-den-Fallstock-abwaerts.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8532\" class=\"size-medium wp-image-8532\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-2-Vom-Bahnuebergang-den-Fallstock-abwaerts-300x213.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-2-Vom-Bahnuebergang-den-Fallstock-abwaerts-300x213.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Abb.-2-Vom-Bahnuebergang-den-Fallstock-abwaerts.jpg 766w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8532\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Vom Bahn\u00fcbergang den Fallstock abw\u00e4rts. Quelle: M\u00e4nnergesangverein Gem\u00fcnd<\/span><\/p><\/div>\n<p>In den 50er Jahren unterhielt Johannes Thur, Bahnangestellter, der gleich hinter dem \u00dcbergang wohnte, dort ein Bienenhaus. Und wenn wir nun ein St\u00fcck olefabw\u00e4rts gingen, sahen wir dort auf der Abbruchkante zur Olef ein recht verfallenes, aber damals noch bewohntes Haus \u2013 das so genannte <strong>Fellh\u00e4uschen. <\/strong>Ob es, wie der Gem\u00fcnder Heimatforscher Wilhelm G\u00fcnther annimmt, in fr\u00fcheren Zeiten dem Trocknen von Tierfellen, die man im Fluss gewaschen hatte, diente, soll hier nicht er\u00f6rtert werden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich gilt es auch f\u00fcr den noch nicht erw\u00e4hnten Namen, den die Gem\u00fcnder diesem Stra\u00dfenabschnitt gaben, Anleihe bei G\u00fcnther zu nehmen: <strong>Fallstock. <\/strong>Der Name, der bereits 1574 als Stra\u00dfenname erw\u00e4hnt wurde resultiert daraus, dass hier ein Fallgatter in der Umz\u00e4unung des Ortes bestanden haben soll.<\/p>\n<p>Ob zutreffend oder nicht \u2013 mit dem Bau der heutigen B 265 gingen alle drei im Titel genannten Lokalit\u00e4ten ins Reich der Geschichte Gem\u00fcnds \u00fcber. <em>Ein Beitrag von Norbert Toporowsky<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fallstock, Finanzamt, Fellh\u00e4uschen. 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