{"id":8789,"date":"2024-12-19T10:42:10","date_gmt":"2024-12-19T10:42:10","guid":{"rendered":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=8789"},"modified":"2025-01-15T09:33:38","modified_gmt":"2025-01-15T09:33:38","slug":"aus-der-bilderkiste-der-gemuender-klein-zoo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=8789","title":{"rendered":"Aus der Bilderkiste &#8211; Der Gem\u00fcnder Klein-Zoo"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es hat ihn in der Tat gegeben &#8211; den Gem\u00fcnder Klein-Zoo. <!--more-->In Erinnerung geblieben ist er meist den reiferen Jahrg\u00e4ngen unter uns, sozusagen als bruchst\u00fcckhafte Kindheitserinnerung, obwohl er doch Ende der F\u00fcnfziger, bis Anfang der siebziger Jahre eine kleine Attraktion im Schleidener Tal darstellte. Wo sonst schon waren wahrhaftige, teils exotische Wildtiere aus n\u00e4chster N\u00e4he zu bestaunen.<br \/>\nEin Besuch des K\u00f6lner Zoos war schon eine kleine Weltreise, dagegen lie\u00df sich der Gem\u00fcnder Zoo mit dem Fahrrad in kurzer Zeit erreichen.<br \/>\nZu den Anf\u00e4ngen: Es war Gustav Kampmeyer, geb\u00fcrtig aus dem K\u00f6lner Raum, der gegen Mitte der f\u00fcnfziger Jahre von Herhahn nach Gem\u00fcnd zog.&nbsp;Es muss sein Hobby, wenn nicht gar seine Leidenschaft gewesen sein, wilde Tiere zu domestizieren und zu halten.<\/p>\n<div id=\"attachment_8781\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Zoo-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8781\" class=\"wp-image-8781\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Zoo-01.jpg\" alt=\"\" width=\"340\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Zoo-01.jpg 327w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Zoo-01-300x215.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8781\" class=\"wp-caption-text\"><em><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild 1: Ein Gruss aus dem Gem\u00fcnder Zoo gef\u00e4llig?&nbsp;<\/span><\/em><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angefangen hat alles mit einem bunten Bestand an allerlei Federvieh, welcher er auf einem Grundst\u00fcck zwischen der alten Schule und dem Urftwehr hielt. Darunter seltene H\u00fchnerrassen und G\u00e4nse, \u00fcber Fasane bis hin zu Pfauen. Dabei ging es mitunter recht laut vonstatten, schlie\u00dflich sind G\u00e4nse, aber auch Pfauen, nicht die ruhigsten Zeitgenossen. Folglich nahm der Unmut der Gem\u00fcnder Anrainer zu, so dass Gustav Kampmeyer ein neues Areal f\u00fcr sein Getiers suchen musste. So errichtete er Ende der f\u00fcnfziger Jahre am Fu\u00dfe des Salzbergs, auf einem Hanggrundst\u00fcck zwischen dem heutigen \u201eAlter R\u00f6merweg\u201c und der \u201eAachener Stra\u00dfe\u201c, die in Richtung Herhahn f\u00fchrt, den Gem\u00fcnder Klein-Zoo. Die Hanglage dort war nicht ideal, es gab zun\u00e4chst nicht einmal flie\u00dfendes Wasser.<br \/>\nAndererseits war er dort recht isoliert, wodurch er auch keine Nachbarn st\u00f6ren konnte. Er errichtete einige solide Gehege, so dass er auch gr\u00f6\u00dfere Tierarten beherbergen konnte. Der Zoo wuchs in seiner Vielfalt, neben Damwild gab es W\u00f6lfe, Luchse, \u00c4ffchen, Waschb\u00e4ren\u2026 und auch der Pfau war wieder mit von der Partie.<br \/>\nDen Gro\u00dfteil der Tierhaltung finanzierte Gustav Kampmeyer aus eigener Tasche, dennoch spendeten regelm\u00e4\u00dfig Landwirte aus der Gegend noch eine Extra-Mahlzeit f\u00fcr die Tiere. Auch brachten Besucher hin und wieder etwas mit bzw. konnten f\u00fcr kleines Geld ein T\u00fctchen Futter erstehen. Anfangs gab es nicht einmal flie\u00dfendes Wasser auf dem Gel\u00e4nde, nicht nur hier wurde ordentlich improvisiert. Diese Art von Entbehrungen hat Gustav Kampmeyer durch seine Liebe zum Hobby und eine gute Portion Idealismus in Kauf genommen.<br \/>\nEs gab neben den Wildtieren auch einen &#8211; besonders bei Kindern &#8211; \u00e4u\u00dferst beliebten kleinen Parcours, auf dem man gegen einen kleinen Groschenbetrag mit den Ponys eine Runde drehen konnte.<br \/>\nDer Zoo wurde zu einem beliebten Ausflugsziel f\u00fcr Eltern mit ihren Kindern, und auch f\u00fcr Schulklassen war der Besuch ein unvergessliches Erlebnis, so dass sehr bald das Wort umherging, Gustav Kampmeyer wolle seinen Zoo um ein Ausflugslokal mit angeschlossener Zimmervermietung erweitern. Es ist zu bezweifeln, dass dieses zur fortgeschrittenen Stunde entstandene \u201eProjekt\u201c es jemals \u00fcber den Thekenrand der \u00f6rtlichen Kneipen geschafft hat.<br \/>\nAnfang der siebziger Jahre neigte sich die \u00c4ra des Gem\u00fcnder Klein-Zoos dem Ende zu. Nicht nur durch den sp\u00e4teren Tod seines Begr\u00fcnders, Gustav Kampmeyer, war ihm keine Zukunft beschert. Auch stellte das im Jahre 1967 er\u00f6ffnete Wildfreigehege<br \/>\nHellenthal mit seiner Greifvogelwarte unter Obhut des international bekannten<br \/>\nTierfotografen und Greifvogelz\u00fcchters, Horst Niesters, den kleinen Zoo in der Besuchergunst hintenan. Der Gem\u00fcnder Klein-Zoo wurde aufgel\u00f6st.<br \/>\nDieser kleine Beitrag entstand aus einer Zusammenfassung von Gespr\u00e4chen mit AltGem\u00fcndern, die sich gerne die Erinnerung an den Zoo als Kindheitserlebnis erhalten haben und damit zugleich an die sprichw\u00f6rtlich \u201egute, alte Zeit\u201c.ngg_shortcode_0_placeholder<em>Ein Beitrag von Ralf Louis, Bilder GFS-Archiv Heinen\/Wollgarten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es hat ihn in der Tat gegeben &#8211; den Gem\u00fcnder Klein-Zoo.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[83],"tags":[],"class_list":["post-8789","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aus-der-bilderkiste"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8789","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8789"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8789\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8809,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8789\/revisions\/8809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8789"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gf-sle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}