{"id":9428,"date":"2026-05-22T08:59:56","date_gmt":"2026-05-22T08:59:56","guid":{"rendered":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=9428"},"modified":"2026-05-29T13:57:46","modified_gmt":"2026-05-29T13:57:46","slug":"briefe-der-vor-dem-ns-terror-geflohenen-juedischen-familie-fuer-das-stadtarchiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gf-sle.de\/?p=9428","title":{"rendered":"NS-Terror; Briefe gegen das Vergessen"},"content":{"rendered":"<p>Eine besondere Sammlung historischer Briefe der aus Gem\u00fcnd stammenden Familie Kaufmann hat das Geschichtsforum Schleiden am 19. Mai an das Stadtarchiv Schleiden \u00fcbergeben. <!--more-->Die Schreiben stammen von der j\u00fcdischen Familie Kaufmann aus Gem\u00fcnd, die in den 1930er-Jahren vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen musste. Die Briefe wurden aus Brasilien an die fr\u00fchere Gem\u00fcnder Nachbarin Hedwig Knott geschickt und geben heute einen bewegenden Einblick in das Schicksal der Familie sowie in das fr\u00fchere Zusammenleben von j\u00fcdischen und christlichen Einwohnern in Gem\u00fcnd.<\/p>\n<div id=\"attachment_9426\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260519_1415401-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9426\" class=\"wp-image-9426 size-medium\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260519_1415401-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260519_1415401-300x225.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260519_1415401-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260519_1415401-768x576.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260519_1415401-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260519_1415401-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9426\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zitieren aus den Briefen.<\/span><\/p><\/div>\n<p>Dr. Norbert Toporowsky vom Geschichtsforum Schleiden betonte bei der \u00dcbergabe, dass die Briefe eindrucksvoll dokumentieren, wie eng und freundschaftlich die Beziehungen zwischen den j\u00fcdischen Familien und ihren Nachbarn vor der NS-Zeit gewesen seien.<\/p>\n<p>Die Familie Kaufmann geh\u00f6rte zu den wenigen j\u00fcdischen Familien aus der Region, denen die Flucht aus Deutschland gelang. Mutter Helene Kaufmann wanderte gemeinsam mit ihren S\u00f6hnen Emil und Oskar nach Brasilien aus. Sohn Richard, der bereits 1934 Deutschland verlassen hatte, floh nach Amsterdam. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande wurde er jedoch zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.<\/p>\n<p>Dass die Briefe heute noch erhalten sind, ist einem Zufall und dem Engagement mehrerer Beteiligter zu verdanken. Die Gem\u00fcnderin Ulrike Konrads entdeckte die Dokumente 2013 bei der Aufl\u00f6sung des Haushalts einer Verwandten von Hedwig Knott. \u00dcber Klaus St\u00fcber vom Geschichtsforum Schleiden gelangten die Briefe schlie\u00dflich in die H\u00e4nde von Heike Schumacher vom Johannes-Sturmius-Gymnasium.<\/p>\n<div id=\"attachment_9433\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kaufmann-Vertragaunterzeichnung20260519_143420.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9433\" class=\"wp-image-9433 size-medium\" src=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kaufmann-Vertragaunterzeichnung20260519_143420-300x240.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kaufmann-Vertragaunterzeichnung20260519_143420-300x240.jpg 300w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kaufmann-Vertragaunterzeichnung20260519_143420-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kaufmann-Vertragaunterzeichnung20260519_143420-768x614.jpg 768w, https:\/\/gf-sle.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Kaufmann-Vertragaunterzeichnung20260519_143420.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9433\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Vertragsunterzeichnung, v.l. Klaus St\u00fcber, Nicole Gutmann, Norbert Toporowsky, Ingo Pfennings.<\/span><\/p><\/div>\n<p>In den vergangenen Jahren transkribiert und wissenschaftlich aufgearbeitet von Dr. Toni Offermann, von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aufgearbeitet und um weitere Recherchen zur Geschichte der Familie Kaufmann erg\u00e4nzt konnte das Ergebnis dem Stadtarchiv Schleiden \u00fcbergeben werden.&nbsp;<\/p>\n<p>Klaus St\u00fcber erinnerte daran, dass mit den Briefen nicht nur pers\u00f6nliche Schicksale bewahrt werden, sondern auch ein wichtiges St\u00fcck Stadtgeschichte. Besonders eindrucksvoll sei ein Satz von Helene Kaufmann aus einem Brief aus dem Jahr 1953: \u201eVergeben, aber nicht vergessen, das kann man nicht.\u201c<\/p>\n<p>Archivarin Nicole Gutmann hob bei der \u00dcbergabe die besondere Bedeutung solcher pers\u00f6nlichen Dokumente hervor. W\u00e4hrend amtliche Unterlagen aus der Zeit des Nationalsozialismus oft verloren gegangen oder vernichtet worden seien, vermittelten Briefe, Tageb\u00fccher und pers\u00f6nliche Aufzeichnungen ein unmittelbares Bild der damaligen Lebenswirklichkeit. \u201eNur diese Dokumente geben der Geschichte ein menschliches Gesicht\u201c, betonte sie.<\/p>\n<p>Mit der \u00dcbergabe der Originalbriefe an das Stadtarchiv Schleiden bleiben die Erinnerungen an die Familie Kaufmann und das j\u00fcdische Leben in Gem\u00fcnd dauerhaft bewahrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine besondere Sammlung historischer Briefe der aus Gem\u00fcnd stammenden Familie Kaufmann hat das Geschichtsforum Schleiden am 19. 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