Aus der Bilderkiste: Karneval in Olef

Wilfried Hermanns hat im Bilderarchiv seines Onkels Albert Wolter gestöbert und dort die nachstehenden Fotos vom Olefer Karneval, aufgenommen in den Nachkriegsjahren, vorgefunden. Albert Wolter war lange Zeit, nicht nur durch den von ihm getexteten und komponierten Karnevalsschlager der Session 1952/53 „Solang die Uelef durch Uelef flüß“ eine bekannte Größe als Karnevalist weit über die Ortsgrenzen von Olef hinaus:

Wer sich in Uelef jo dran stüß,
de Kirmesknauch met Schnaps bejrüß
on witt von enne net naß,
der läd sich mem Kopp an et Fass.
Su lang die Uelef durch Uelef flüß,
Jemönk un Schleede an Uelef stüß,
viere mir im Schleedener Dall
der Uelefer Karnevall.
Un wer im Toto nix jewönnt,
et janze Johr sich nix verjönnt,
bliev en Uelef en Erinnerung,
ze Karneval en Schwung.
Su lang die Uelef …
Hohn un Kierberg es net weck,
Wehrley un Böchel an de andere Seck,
wat blieev denn original,
de Uelefer Bundesbahn.
Su lang die Uelef …
All hammer Freud un och jelaach,
im Scheimer un an de Paafebach,
un om Knoppe do trillert de Lerch
jenau wie am Freudenberch.
Su lang die Uelef …
Olef wie biss du so schön,
wenn wir alle zum Karnevall jehn,
un sinn mir so richtig im Tritt,
dann sing mir alle mit:
Su lang die Uelef …

Schon in den 20er und 30er Jahren und auch noch nach dem letzten Krieg war Olef eine Karnevalshochburg im Altkreis Schleiden. Der Karneval vor Ort mit Kappensitzungen und Maskenbällen in den Sälen von August Röhl und Hermann Müller und mit dem Rosenmontagszug waren bei Jung und Alt ein Garant für Frohsinn und gute Laune, in einer Zeit, als die „Fünfte Jahreszeit“ noch nicht überwiegend durch Fernsehen und Großveranstaltungen in Karnevalshochburgen geprägt war. Hinzu kam, dass die Veranstaltungen fast ausschließlich von ortsansässigen Akteuren durchgeführt wurden, die keine Mühe scheuten, mit viel Idealismus abwechslungsreiche Programme und Umzüge zu gestalten. Finanzielle Motive während der damaligen Notjahre waren schließlich der Grund, weshalb sich der Verein in den 50er Jahren aufgelöst hat.

bild2 Fußgruppe im Olefer Karnevalszug in den Nachriegsjahren

Die Tradition karnevalistischer Aktivitäten fand ihre Fortsetzung, als 1975 der Verein „Interessengemeinschaft Olefer Karneval“ gegründet wurde, dem im Jahre 2006 der Verein „Olefer Jecken“ gefolgt ist. Beide Vereine haben durch die Vielseitigkeit ihrer Aktivitäten das karnevalistische Brauchtum in Olef mit Erfolg gepflegt und fortgeführt. Letzterer bietet regelmäßig eigene Karnevalssitzungen an, nimmt mit seinen Tanzgruppen und dem Männerballett an auswärtigen Veranstaltungen teil und unterstützt mit eigenen Wagen und Fußgruppen die Umzüge in Schleiden und Gemünd. Seine Kostüm- und Kindersitzungen veranstaltet der Verein seit einigen Jahren im Dorfsaal Oberhausen, nachdem in Olef kein geeigneter Raum mehr zur Verfügung stand.

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Karnevalswagen „Olef, Totostraße 111“, auf dem Wagen vorne v. l. Leo Röhl jun., Maria Röhl und Hedwig Müller. Im Hintergrund rechts das Haus Hermanns, nach Um- und Erweiterungsbauten heute Hotel Hermanns.

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Peter Balter mit Ochsengespann und einem mit Tannengrün dekorierten Wagen, auf dem Wichtelmänner in Begleitung vornehmer Damen vor ihrer Behausung Platz genommen haben.

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„Der Harem des Sultans mit seinen 99 Weibern“, angeführt von Leo Röhl junior.

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Musikgruppe im Olefer Karnevalszug an der Kreuzung Bundesstraße/Dorfstraße, wo sich heute die Ampelanlage befindet.

Text: W. Hermanns u. A. Käßbach, Bilder: W. Hermanns
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